Armia Krajowa

Eine Militärorganisation des polnischen Untergrundstaates, die vom Oberbefehlshaber der Armee und der polnischen Regierung im Exil angeführt wurde. Die erste Organisation dieser Art war der „Dienst für den Sieg Polens“, welche im September 1939 entstand. Im November wurde sie in den „Verband für den Bewaffneten Kampf“ (Związek Walki Zbrojnej - ZWZ) umgewandelt. Aufgrund der so genannten Vereinigungsaktion wurde die ZWZ im Februar 1942 zusammen mit anderen kleineren militärischen Organisationen (politische Kampfbünde) in die „Polnische Heimatarmee“ umgewandelt. Die Oberbefehlshaber der Armee waren: Gen. Kazimierz Sosnkowski (November 1939 – Juni 1940), Gen. Stefan Rowecki (bis Juni 1943), Gen. Tadeusz Komorowski (bis Oktober 1944), sowie Leopold Okulicki (bis Januar 1945). Die Armee war auf dem gesamten Gebiet Vorkriegspolens tätig. Im Jahre 1944 zählte die Armee 300.000 Soldaten. Das Ziel der Armee war der bewaffnete Kampf um die polnische Unabhängigkeit. Im Untergrund führten die Soldaten Wehrübungen durch, sammelten Waffen, brachten Zeitungen heraus, und organisierten Sabotage- und Propagandaaktionen. Ab Ende 1942 wurden Militäreinsätze durchgeführt, um die an die Ostfront führenden Eisenbahntransporte zu vernichten, um Häftlinge zu befreien oder um Attentate auf Vertreter der Verwaltung (meistens der Polizeigewalt) oder Kollaborateure zu verüben. Ab Mitte 1943 wurden Partisanenverbände gebildet. Die größten Partisanenverbände waren auf den früheren polnischen Ostgebieten tätig. Als die Rote Armee 1944 in Polen einmarschierte, wurde die so genannte Aktion „Gewitter” gestartet, d.h. man nahm den Kampf mit den Deutschen auf und die Untergrundstrukturen der Heimatarmee wurden der Sowjetunion offenbart. Die sowjetischen Verwaltungsorgane organisierten Massenverhaftungen von Soldaten, von denen bekannt wurde, dass sie der Heimatarmee angehörten. Sie kamen dann in sowjetische Gulag-Lager. Am 19. Januar 1945 löste Gen. Leopold Okulicki die polnische Heimatarmee auf. Ein Teil ihrer Anhänger war jedoch noch bis in die späten 40er Jahre hinein im Untergrund aktiv.

Der Eintrag entstand im Rahmen des Projekts Zapisywanie świata żydowskiego w Polsce [Aufzeichnung der jüdischen Welt in Polen]. Autorin des Projektes ist Anka Grupińska, bekannte polnische Journalistin und Schriftstellerin, die sich in der Neuesten Geschichte der Polnischen Juden spezialisiert. Dieses Projekt, das 2006 vom Museum für die Geschichte der Polnischen Juden initiiert wurde, beruht auf der Aufzeichnung von Gesprächen mit polnischen Juden aller Generationen.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

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