Londoner Regierung

(die Regierung der Republik Polen im Exil):

Die Exilregierung, die in Paris am 30. September 1939 nach dem deutschen Angriff auf Polen und der daraus resultierenden polnischen Niederlage gegründet wurde und anschließend im Juni 1940 nach London verlegt wurde. Gemeinsam mit dem Präsidenten und dem Nationalrat war sie die einzige von den Alliierten anerkannte politische Vertretung Polens während des Zweiten Weltkriegs. General Władysław Sikorski wurde ihr erster Premierminister. Die Regierung setzte sich aus den Vertretern folgender Gruppierungen zusammen: Nationale Partei, Volkspartei, Arbeiterpartei, Polnische Sozialistische Partei und Sanacja. Der Londoner Regierung war der zivile und militärische Untergrund im besetzten Polen unterstellt. Die Zivilverwaltung der Regierungsvertretung in Polen, der Verband des Bewaffneten Kampfes und die Heimatarmee unterstanden ihr. Im Juli 1941 unterschrieb Sikorski einen Vertrag mit der Regierung der UdSSR, aufgrund dessen eine polnische Armee  unter dem Kommando von General Władysław Anders und ein Netz von polnischen Vertretungen in der UdSSR, die sich um Polen kümmerten, entstanden. Am 5. Juli 1945 zogen die Alliierten ihre Anerkennung der Londoner Regierung zurück und erklärten gleichzeitig die in Polen entstandene Übergangsregierung der Nationalen Einheit, deren Mitglieder vor allem Kommunisten waren, zur rechtmäßigen Vertretung Polens. Die Londoner Regierung löste sich 1990 auf, als in Polen zum ersten Mal nach dem Kriege demokratisch ein Präsident gewählt wurde.

Der Eintrag entstand im Rahmen des Projekts Zapisywanie świata żydowskiego w Polsce [Aufzeichnung der jüdischen Welt in Polen]. Autorin des Projektes ist Anka Grupińska, bekannte polnische Journalistin und Schriftstellerin, die sich in der Neuesten Geschichte der Polnischen Juden spezialisiert. Dieses Projekt, das 2006 vom Museum für die Geschichte der Polnischen Juden initiiert wurde, beruht auf der Aufzeichnung von Gesprächen mit polnischen Juden aller Generationen.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

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