powstanie warszawskie 1944

Ein bewaffneter Aufstand im besetzten Warszawa [Warschau], der im Rahmen der Aktion „Burza“ [Poln. Sturm] von der polnischen Heimatarmee organisiert wurde. Er war militärisch gesehen unmittelbar gegen die Deutschen gerichtet, seine politischen Ziele gingen jedoch darüber hinaus: die Besetzung der Hauptstadt Polens vom Polnischen Untergrundstaat sollte die Existenz der legitiemen polnischen Regierung aufzeigen und es für Stalin unmöglich machen, eine Marionettenregierung, die aus polnischen Kommunisten bestehen würde, zu installieren. Die Kämpfe begannen am 1. August 1944, ca. 36.000 Soldaten der Heimatarmee, ca. 700 der Nationalen Streitkräfte und ca. 270 aus den Reihen der Volksarmee nahmen an ihnen teil. Unter den Truppen der Volksarmee kämpften auch Mitglieder der Jüdischen Kampforganisation, Aufständische aus dem Warschauer Ghetto. Innerhalb der ersten fünf Tage gelang es den Aufständischen, einen großen Teil von Warszawa zu besetzen, aber schon am 5. August gingen die Deutschen zum Gegenangriff über und verdrängten die Polen allmählich aus den von ihnen besetzten Vierteln. In den eroberten Gebieten organisierten sie Massenmorde an der Zivilbevölkerung. Am 10. September besetzte die sowjetische Armee den Warschauer Stadtteil Praga und beendete die Kriegshandlungen. Sie wartete auf die Niederschlagung des Aufstandes durch die Deutschen. Noch im September dauerten die Kämpfe in Śródmieście, Czerniaków, Mokotów, Żoliborz an. Die Lebensbedingungen verschlechterten sich, es gab keine Elektrizität, das Wasserwerk funktionierte nicht, und Warszawa wurde andauernd bombardiert. Am 2. Oktober unterzeichneten die Führer der Heimatarmee eine Kapitulationsurkunde. Die Aufständischen wurden als Kriegsgefangene anerkannt. Die Bevölkerung musste die Stadt verlassen. Im Aufstand fielen ca. 18.000 Soldaten und 150-180.000 Zivilpersonen. Nachdem die Kämpfe zum Erliegen kamen, begannen die Deutschen die übrig gebliebenen Gebäude in Brand zu setzen und abzureißen. Sie machten Warszawa dem Erdboden gleich.

Der Eintrag entstand im Rahmen des Projekts Zapisywanie świata żydowskiego w Polsce [Aufzeichnung der jüdischen Welt in Polen]. Autorin des Projektes ist Anka Grupińska, bekannte polnische Journalistin und Schriftstellerin, die sich in der Neuesten Geschichte der Polnischen Juden spezialisiert. Dieses Projekt, das 2006 vom Museum für die Geschichte der Polnischen Juden initiiert wurde, beruht auf der Aufzeichnung von Gesprächen mit polnischen Juden aller Generationen.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

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