Rada Główna Opiekuńcza 1940 r.

Eine polnische karitative Organisation, die 1940 mit der Erlaubnis der deutschen Besatzungsmächte entstand. Sie war im Generalgouvernement bis 1945 tätig. Adam Ronikier stand an der Spitze der Organisation, er wurde im Oktober 1943 von Konstaty Tchórznicki abgelöst. Der Pflegerat erteilte den Bedürftigen finanzielle Unterstützung, und gab ihnen Nahrung und Kleidung. Er führte Volksküchen, Herbergen, Nachtunterkünfte, Waisenhäuser, Erste-Hilfe-Stellen, und schickte den Gefangenen und Kriegsgefangenen Pakete. Es gab spezielle Hilfsaktionen für die Vertriebenen aus den Gebieten, die dem Reich einverleibt wurden, für Umsiedler von jenseits des Flusses Bug und im Jahre 1944 auch für Warschauer, die nach dem Aufstand zum Verlassen der Stadt gezwungen waren. Der Pflegerat wurde von den Deutschen, aus privaten Spenden, von polnischen Institutionen, aus ausländischen Zuschüssen (u.a. aus den USA) und aus Geheimspenden der polnischen Emigrationsregierung finanziert. Der Rat arbeitete eng mit der Jüdischen Sozialen Selbsthilfe zusammen – einer parallell zu ihm entstandenen jüdischen Institution.

Der Eintrag entstand im Rahmen des Projekts Zapisywanie świata żydowskiego w Polsce [Aufzeichnung der jüdischen Welt in Polen]. Autorin des Projektes ist Anka Grupińska, bekannte polnische Journalistin und Schriftstellerin, die sich in der Neuesten Geschichte der Polnischen Juden spezialisiert. Dieses Projekt, das 2006 vom Museum für die Geschichte der Polnischen Juden initiiert wurde, beruht auf der Aufzeichnung von Gesprächen mit polnischen Juden aller Generationen.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

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