Das Dorf Czudec ist eine sehr alte Siedlung. Es entstand wahrscheinlich im 12. oder 13. Jh. [[Quelle:|Kłos, S.: Małopolska południowo-wschodnia, Warszawa (Warschau), 1998, S. 346.]]. Das Stadtrecht wurde der Ansiedlung am 2.09.1427 von Władysław II. Jagiełło verliehen. Sein Empfänger war ein gewisser Pakosław aus Czudec [[Quelle:|Trygar, K.: W gminie Czudec, Krosno, 1998, S. 18.]]. Der Stadt stand das Magdeburger Recht zu, das einen Markt pro Woche und den Bau von Krämer-, Schneider-, Schuhmacher-, Bäcker-, Fleischer- und Tuchgeschäften erlaubte, was ein Beleg dafür ist, wie ausgeprägt das Handwerk an diesem Ort war. Pakosław stammte aus der Familie Strzyżowski, die wohl bis 1612 über Czudec herrschte [[Quelle:|Oliwińska-Wacko, A.; Złotek, M.: Czudec dziedzictwo wiary, Czudec, 2002, S. 17.]]. Zwei Vertreter dieser Familie - Jan und Mikołaj Strzyżowski - bestätigten 1461 die Stadtrechte von Czudec. Anfang des 17. Jh.s ging die Stadt in den Besitz der Familie Grabieński aus dem Hause Pomian über. Czudec blieb bis 1840 im Besitz dieser Familie.

1772 geriet Czudec unter österreichische Herrschaft. Der Niedergang der Ortschaft setzte mit der österreichischen Besatzung ein. Die Österreicher plünderten die Pfarrkirche aus, und stahl u.a. mehrere Votivbilder, die vor allem Bilder der Barmherzigen Mutter Gottes waren. Darüber hinaus forderten die Österreicher von den Handwerkszünften immer höhere Abgaben. [[Quelle:|Złotek, M.: 50 lat II Liceum w Czudcu, Rzeszów, 1995, S. 10.]]. Ab der Mitte des 19. Jh.s begann das Handwerk zusammenzubrechen, weil es der Konkurrenz der Fabrikindustrie nicht standhalten konnte, der Handel verschwand und die Kleinstadt verlor zunehmend an Bedeutung.

1918 geriet das Dorf erneut an Polen. In der Zwischenkriegszeit gab es in Czudec und der näheren Umgebung 38 Betriebe, von denen 23 Juden gehörten [[Quelle:|Trygar, K.: W gminie Czudec, Krosno, 1998, S. 18.]]. Zwei von ihnen waren von industriellem Charakter, eine Branntweinbrennerei und eine Ziegelei. Nur wenige Bewohner konnten dort eine Anstellung finden. Einem 1936 angefertigten Verzeichnis zufolge hatte Czudec 706 Arbeitslose. Dadurch, dass hier keine Oberschule vorhanden war, konnten nur wenige Schüler den Unterricht in Gymnasien in Rzeszów und Strzyżów (Strezow) besuchen.

1935 verlor die Ortschaft Czudec die Stadtrechte, die sie bis heute noch nicht zurückerhalten hat. Aus vergangenen Zeiten sind folgende Sehenswürdigkeiten erhalten geblieben: Die St.-Markus-Kirche, die Dreifaltigkeitskirche und mehrere alte Höfe. Während der Besatzung war die polnische Widerstandsbewegung auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde aktiv, gegen die Angreifer kämpften die Armia Krajowa (Polnische Heimatarmee) und die Bataliony Chłopskie (Bauernbataillone). Ein geheimer Unterricht wurde organisiert [[Quelle:|Złotek, M.: 50 lat II Liceum w Czudcu, Rzeszów, 1995, S.11]]. Nach dem Krieg blieb Czudec weiterhin eine landwirtschaftlich geprägte Ortschaft, die selbstverständlich weiterhin ein wichtiges Wirtschafts- und Handelszentrum für die Nachbarortschaften darstellt [[Quelle:|Oliwińska-Wacko, A.; Złotek, M.: Czudec dziedzictwo wiary, Czudec, 2002, S. 23.]].

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