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In den Jahren 1975-1998 gehörte Pszczew (Betsche) administrativ zu der Woiwodschaft Gorzów (Landsberg), und früher in den Jahren 1950-1975 zur Woiwodschaft Zielona Góra (Grünberg in Schlesien).

Bis 1922 gehörte das Dorf zu Preußen, Provinz Poznań (Posen), Kreis Międzyrzecz (Meseritz), in den Jahren 1922-1939 zu der Grenzprovinz Poznań (Posen) - Westpreußen, und seit 1939 zur Provinz Brandenburg, Landkreis Frankfurt (Oder), Kreis Międzyrzecz (Meseritz).

Die Siedlungsanfänge fingen sehr früh in der Region Pszczew (Betsche). Archäologische Ausgrabungen haben schon die Existenz eines Burgwalls aus dem 9. Jahrhundert bestätigt, der auf der anderen Seite des Stadtsees auf der Katharina-Halbinsel gelegen war. Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Pszczew (Betsche) stammen aus dem Jahre 1256 und 1259. Die Siedlung wurde dann zum Besitz der Bischöfe von Poznań (Posen). Im Jahre 1288 gab es die Lokalisation der Stadt. Der Mieter war der Bischof von Poznań (Posen). Im Mittelalter war die Stadt ein wichtiges Zentrum der Kirche. Am Ende des 13. Jahrhunderts gab es hier die Zentrale des Archidiakonats der Diözese Poznań (Posen), das aus sechzig Pfarreien bestand. Als die Lokationsdokument in einem Brand verbrannten, bestätigt der damalige Ortsbischof, auf Antrag des Bürgermeisters, das städtische Privileg von Pszczew (Betsche) im Jahre 1407.

Pszczew (Betsche) hatte als Bischofsstadt keine turbulente Geschichte. Es lag inmitten von Seen auf dem alten Weg von Poznań (Posen) nach Lubusz (Lebus). Es war ein Versorgungshinterzimmer der Bischöfe und ein der Ort der Ruhe. Im Jahre 1602 gab es eine synodale Versammlung in Pszczew (Betsche). 1654 wurde das Schloss der Bischöfe gebaut. Die Stadt wuchs ruhig. Die Bewohner waren vor allem Handwerker. Es gab Zünfte der Schneider, Schuster und Brauer. Neunmal im Jahr haben Jahrmärkte stattgefunden. Die einzige Sorge der Bewohner von Pszczew (Betsche) waren von Zeit zu Zeit explodierende Ausbrüche der Pest und von Bränden. Eins der größten fand während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1631 statt, als das schwedische Heer durch die Stadt ging. Im Jahr 1866 brach in Pszczew (Betsche) die letzte Choleraepidemie aus.

Nachder zweiten Teilung Polens im Jahr 1793 war Pszczew (Betsche) unter die Herrschaft des preußischen Staates gegangen. Die preußische Regierung beschlagnahmte den Besitz der Bischöfe und gab sie dem Prinzen von Hohenlohe. Der nächste Besitzer der Baron von Hiller-Gaertringen erweiterte den südlichen Teil der Stadt und er bildete dort eine evangelische Gemeinde. 1964 wurde die neugotische evangelische Kirche abgerissen.

Während der napoleonische Zeit gehörte Pszczew (Betsche) kurz (1807-1815) zu dem Herzogtum Warschau, und nach dem Wiener Kongress zu dem Großherzogtum Poznań (Posen). Nach dem Ersten Weltkrieg im Rahmen der Bestimmungen des Vertrags von Versailles  blieb Pszczew (Betsche) innerhalb der Grenze des deutschen Staates, obwohl es ein starkes Zentrum des Polentumes wurde. Es wirkten dort die polnische Volksbank und die Gesellschatf der Polnischen Katholischen Arbeiter. Nach dem Ersten Weltkrieg bildeten lokale Polen den Bund der Polen in Deutschland.

Seit 1945 befindet sich Pszczew (Betsche) innerhalb des polnischen Staates. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben und von polnischen Siedlern aus Mittelpolen und den früheren polnischen Ostgebiete ersetzt. Die Nachkriegsjahre veränderten das Gesicht von Pszczew (Betsche). 1946 verlor Pszczew (Betsche) nach 658 Jahren die Stadtsrechte und aus den höfischen Gebäuden wurde ein LPG. Die Stadt verfiel. Heute lebt Pszczew (Betsche) hauptsächlich vom Tourismus und die aktuellen lokalen Behörden bemühen sich die Stadtrechte zurückzugewinnen. [siehe Abbildung Nr. 1]

Die Gemeinde hat 4201 Einwohner, während Pszczew (Betsche) 1826 Einwohner zählt (Daten aus dem statistischen Amt vom 30. Juni 2007).

 

 

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