Geographisch-administrative Lage:

  • Bis 1772 Königreich Polen, Woiwodschaft Kalisz (bis 1768), Woiwodschaft Gnesen (1768-1772)
  • 1772-1807 Preuβen, Netze-Distrikt
  • 1807-1815 Herzogtum Warschau, Bezirk Bydgoszcz (Bromberg)
  • 1815-1919 Preuβen (Deutschland), Groβherzogtum Poznań (Posen), Provinz Poznań (Posen), Regierungsbezirk Bydgoszcz (Bromberg)
  • 1919-1939 Polen, Woiwodschaft Poznań (Posen, 1919-1938), Woiwodschaft Pommern (1938-1939), Landkreis Szubin (
  • 1939-1945 Deutschland (III Reich), Warthegau, Regierungsbezirk Inowrocław (Hohensalza), Landkreis Szubin (Schubin)
  • 1945-1998 Woiwodschaft Bydgoszcz (Bromberg)
  • 1945-1950 Woiwodschaft Pommern
  • 1999 Woiwodschaft Kujawien-Pommern, Landkreis Żnin (Znin), Gemeinde Barcin (Bartschen) (Bartelstädt).

Bis zum 13. Jahrhundert war das heutige Barcin (Bartschen) eine Ansammlung von Häusern nahe der Überführung über die Überschwemmungsgebiete der Netze und der nahgelegenen Sümpfe. Im Laufe der Zeit entstand ein Dorf, das um 1150 zum Sitz der Pfarrgemeinde wurde. Außerdem taucht der Name Barthico in Quellen aus den Jahren 1215-1233 auf. 1541 bekam die Gemeinde, dank der Bestrebungen der Familie Krotoski (Krotowski), die Güter in Barcin (Bartschen) besaßen, das Stadtrecht anerkannt. In den folgenden Jahren ­1548-1551 siedelten sich in Barcin (Bartschen) und Umgebung Glaubensflüchtlinge aus Böhmen an, die von dort vertrieben wurden, weil sie Anhänger des Jan Hus waren. Es entstand hier eine Gemeinde der Böhmischen Brüder (die 70 Jahre, also bis ca. 1610, tätig war). Diese eröffnete auch eine Grundschule, die für ihr hohes Lehrniveau berühmt war. Jan Krotoski Senior und seine Familie wurden zu fanatischen Anhängern der protestantischen Kirche. Bald siedelteten sich außerdem auch holländischen Mennoniten in Barcin (Bartschen) an. Nach dem Tod des letzten Mitgliedes der Familie Krotoski Anfang des 17. Jahrhunderts blieb die Stadt zwar Privatbesitz, wurde aber durch die Kriege im 17. und 18. Jahrhundert zerstört. Ende des 18. Jahrhunderts fingen aus Deutschland stammende Protestanten an, sich in Barcin (Bartschen) anzusiedeln. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt dank Industrie stufenweise, da man seit 1860 angefangen hatte die nahe liegenden Kalklagerstätten, die 20-50 Meter tief lagen, Kalk abzubauen. Dadurch entwickelte sich in der Umgebung außerdem die Förder-, Zement-, Möbel- und Lebensmittelindustrie. Die Produktion in diesen Branchen hält bis heute an. 1889 wurde Barcin (Bartschen) an die Bahnverbindung Żnin (Znin)-Inowrocław (Hohensalza) angebunden und 1912 wurde die Linie Barcin (Bartschen)-Mogilno eröffnet. Während des Kosciuszko-Aufstandes 1794 und des Groβpolnischen Aufstandes 1918-1919 fanden in der Umgebung von Barcin (Bartschen) polnisch-deutsche Kämpfe statt. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil der polnischen Bevölkerung ermordet oder vertrieben.[1.1].

Übersetzung: Izabela Tomaszewska

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Fußnoten
  • [1.1] Krzyś J., Cieślak Cz., Szkice z przeszłości Barcina, Grudziądz 2007.