Die Synagoge in Kielce (in der Warszawska-Straße 17), die von Mojżesz Pfeffer gestiftet wurde, wurde 1902 errichtet. Der Entwurf stammte von Stanisław Szpakowski, einem lokalen Architekten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Synagoge von den Deutschen stark beschädigt, daraufhin wurde das Gotteshaus als Haftanstalt für Juden genutzt und in vielen Räumen wurde zudem Kriegsbeute gelagert. Nach dem Krieg stand das Haus einige Jahre lang leer. Während der Besatzung wurden das Haus des Rabbiners und die Mikwe (Ritualbad) stark beschädigt, in den 70er Jahren riss man die Überreste ab. 1950-55 wurde die Renovierung der Synagoge in Angriff genommen. Sie wurde im neoklassizistischen Stil umgestaltet und an die Bedürfnisse des Staatsarchives angepasst, das sich bis heute in diesen Räumen befindet. Die Renovierung der Fassade 1996 verlieh dem Gebäude einen neuen Glanz.

Das Gebäude wurde ursprünglich im neoromanisch- mauretanischen Stil errichtet, spätere Umbauten gaben ihm jedoch die gegenwärtige, neoklassizistische Gestalt. Das mehrstöckige, verputzte Gebäude aus Ziegeln, mit einem rechteckigem Grundriss, einer Fassade mit orientalischer Dekoration und einem großen Gebetsraum ist von einem Satteldach mit einer Attika bedeckt. Das Innere des Gebäudes entspricht weitestgehend den Originalentwürfen. Eine 1977 an der Außenwand angebrachte Gedenktafel informiert über die Geschichte des Objekts. Die Tafel beschreibt, dass die ehemalige Synagoge von den Deutschen als Lager für Raubgut und als Gefängnis für Juden genutzt wurde. Auf dem oberem Teil der Tafel ist ein Zitat aus dem Psalm 94 aufgeführt: „Herr, sie zerschlagen dein Volk und plagen dein Erbe. Witwen und Nachkommen erwürgen sie und töten die Waisen.“

 

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