Die erste schriftliche Erwähnung über Juden, die auf dem Gebiet des heutigen Kattowitz lebten, stammt aus dem Jahre 1702. Es war angeblich ein Schankwirt aus Kuźnica Bogucka, der eine jährliche Summe von 150 Florin als Steuer entrichtete. Doch die Anfänge der jüdischen Besiedlung in Kattowitz sollten mit dem 1713 von Kaiser Karl VI. erlassenen Toleranzpatent in Verbindung gebracht werden, welches Juden erlaubte, sich in Schlesien nach vorangegangener Entrichtung einer Toleranzsteuer niederzulassen. Das kaiserliche Edikt teilte die jüdische Gemeinschaft in zwei Teile auf: Der erste Teil waren Grundbesitzer und jene, die über keinen Grundbesitz verfügten (sie zahlten niedrigere Steuern), der zweite hingegen - tolerierte Juden. Von der Toleranzsteuer waren die Juden aus Glogau und Zülz befreit[1.1].

Im Jahre 1726 wurde allen neuen Juden (sog. Fremden) die Ansiedlung in Schlesien an Orten verboten, wo sie vorher nie waren. Das Verbot war in dem vom Schlesischen Oberamt erlassenen Patent Wegen der Juden enthalten. Das Patent führte zudem das sog. Inkolatsrecht ein - in jeder jüdischen Familie erhielt nur einer der Söhne das Recht zu heiraten und das Recht sich anzusiedeln. Die verbliebenen Söhne wurden als Fremde betrachtet und mussten die Grenzen des Landes nach dem Erreichen der Volljährigkeit verlassen[1.2].

Die erste Erwähnung von Juden in Bogutschütz, welches heute der Kattowitzer Stadtteil Bogucie ist, stammt aus dem Jahre 1733[1.3]. Laut den Boguschützer Kirchenbüchern lebte zur gleichen Zeit im nahegelegenen Dorf Kattowitz ein gewisser Jude, der ein Wirtshaus und eine Brauerei hatte. Ferner wurde in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts in einem Protokoll der Visitation der Boguschützer Pfarrei vermerkt, dass dort vier Juden leben würden. Es ist aber unklar, in welchem Teil der Pfarrei.

Während des ersten Schlesischen Krieges im Jahre 1742 kam der größte Teil Schlesiens unter die Herrschaft des Königreich Preußen (mit Ausnahme des Teschener Schlesiens und des Herzogtums Troppau). Die schlesischen Juden begrüßten die preußische Herrschaft mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Der jüdische Historiker, Rabbiner Marcus Brann, beschreibt die damalige Stimmung mit folgenden Worten:

„Zu dem jungen preußischen König, der im Dezember in Schlesien einschritt, wandten sich die unterdrückten Juden, voller Hoffnung und Vertrauen, dass der Strahl der Gerechtigkeit und Milde endlich ihre dunklen Lebenspfade erleuchten würde“[1.4].

Die preußischen Behörden hatten Anfangs ein eher gleichgültiges Verhältnis zu den Juden, wenngleich mit der Zeit Kaiser Friedrich II. begann, ihre Rechte einzuschränken. Dies geschah maßgeblich in Form von unterschiedlichen Steuern, aus denen der Staat wirtschaftliche Vorteile ziehen konnte. Das Königreich Preußen erließ die erste Verordnung für Juden im Jahre 1748. Die Verordnung sah eine Gebühr in Höhe von 10% des Gesamtvermögens vor, falls Juden, die seit mindestens einem Jahr in Schlesien lebten, das Land verlassen würden. Besonders restriktiv waren die Vorschriften für jene, die wirtschaftlich keinen Erfolg hatten. Die, die Bankrott machten oder der Hehlerei für schuldig gesprochen wurden, verloren das Recht in Schlesien zu leben und mussten das Land verlassen[1.5].
Am 17. April 1750 erließen die preußischen Behörden ein „Revidiertes General-Privilegium und Reglement“, welches im Detail die rechtliche, gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Situation der Juden definierte. Jacob Jacobson schrieb über das Reglement: „Wie überall in Deutschland ist auch das Reglement so durchdacht, um Juden im Land in bestimmten Grenzen zu halten, um ihnen eine bestimmte Freiheit im Rahmen des staatlichen Wirtschaftssystems zu gewährleisten und um sie mit den höchstmöglichen Steuern für den Schutz und die ihnen entgegengebrachte Toleranz zu belegen“[1.6].

Das wichtigste Gesetz, welches den Status der Juden in Schlesien regelte (mit Ausnahme von Breslau und Glogau) war das am 2. Dezember 1751 erlassene sog. „Juden Reglement“, welches den Großgrundbesitzern und den Magistraten die Pflicht auferlegte, den Landräten und dem königlichen Juden-Toleranz-Amt jeden einzelnen Fall einer jüdischen Besiedlung innerhalb von 14 Tagen zu melden. Auf diese Weise wurde ein Kontrollsystem für den Zustrom jüdischer Bevölkerung nach Schlesien eingeführt. Die preußischen Behörden tolierten dabei keine jüdischen Bettler oder Landstreicher[1.7].

 Im Jahre 1752 wurde ein weiteres Verbot für den Erwerb von Grundstücken durch Juden verhängt. Ferner wurde zwei Jahre später ein neues Steuersystem eingeführt, welches auch die „tolerierten“ Juden umfasste (sog. Toleranzgeld).

Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) sah sich Preußen mit einer sehr schwierigen Wirtschaftslage konfrontiert. Um die Konsequenzen der Wirtschaftskrise zu mildern, erließen die Behörden spezielle Privilegien für die reichsten jüdischen Fabrikanten und Unternehmer. Sie erhielten u. a. das sog. Naturalisationspatent. Diese Privilegien umfassten nur eine sehr kleine Gruppe der jüdischen Gemeinschaft.

Im September 1768 verboten die preußischen Behörden die Gründung neuer jüdischer Friedhöfe und Synagogen, sofern vorher nicht eine spezielle Konzession eingezahlt wurde. Weitere preußische Verordnungen erlaubten Juden Schankwirtschaften, Werkstätten und Bäckereien nur in Dörfern zu betreiben, was auch für das Verpachten der Hofbrauereien galt.

Sechs Jahre später, im Jahre 1776, verordneten die Behörden die Umsiedlung aller Juden innerhalb eines Monats von der rechten Oderseite auf die linke. An neuen Orten hingegen durften Juden nur in Dörfern leben. Nach ein paar Jahren, im Jahre 1779, änderten die Behörden ihre Meinung und befahlen den Juden die Dörfer zu verlassen und in die Stadt zu ziehen. Als wichtigste Stadt für die Ansiedlung wurde Gleiwitz ausgewählt. Am 17. August 1780 wählte die Breslauer Kammer fünf Städte als Siedlungsstädte für Juden aus. Das waren: Tarnowitz, Myslowitz, Nikolai, Lublinitz und Berun. Dies bedeutete zeitgleich, dass die in Kattowitz lebenden Juden ihren Wohnort verlassen mussten. Im Jahre 1787 zog die preußische Regierung die Regelung über die Umsiedlung von Juden in eigens ausgewählte Städte zurück, da die von ihnen verlassenen Städte wirtschaftliche Verluste einbüßten. Dank dessen war es 1787 den Juden wieder gestattet, in die Region um Kattowitz zurückzukehren.

Im Jahre 1791 erlaubten die preußischen Behörden den Juden eigene Zünfte zu gründen, wenngleich dies in der Praxis auf Widerstand seitens der christlichen Handwerker und Kaufleute stieß, die wirksam gegen die jüdische Konkurrenz vorgingen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mussten die oberschlesischen Juden amtliche Bescheinigungen für die ganze Familie einholen, die ihnen das Wohnen in der Stadt ermöglichten. Die Bescheinigungen hießen „Toleranz Accise“ und „Nahnung Geld“ oder „Toleranz Zettel“.

Eine weitere Anmerkung, die während einer Visitation der Boguschützer Pfarrei im Jahre 1792 getätigt wurde, spricht über einen Juden in Boguschütz: „konfessionelle Minderheiten gibt es nicht, mit Ausnahme eines Kattowitzer Schankwirts, Mojżesz, mit seiner Frau und Kindern[1.8].

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Deutschland zum Zentrum der jüdischen Aufklärung (Haskala). Die Ideen der Haskala gingen einher mit den Postulaten der Gleichheit und Brüderlichkeit, die von der Französischen Revolution im Jahre 1789 propagiert wurden und mithilfe der napoleonischen Armee nach ganz Europa gelangten. Unter dem Einfluss jener Ideen brachten die preußischen Behörden einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Reformprozess in Gang, welcher letztendlich zur Änderung der gesellschaftlichen Position der Juden im Königreich Preußen führte.

Am 17. April 1797 wurde das General-Juden Reglement für Süd- und Neu-Ostpreußen eingeführt, welches zwar die Juden immer noch als eigenständigen Stand ansah, dennoch sie zur städtischen Bürgerschaft zuließ, wenngleich die Teilung zwischen den „beschützten“ und „tolerierten“ Juden bestehen blieb[1.9].

Im Februar 1808 setzte die preußische Regierung alle Privilegien der feudalen Zünfte und Städte, darunter auch die Privilegien de non tolerandis Judaeis außer Kraft. Ab diesem Augenblick konnten Juden im Einvernehmen mit den lokalen Behörden sich in allen schlesischen Städten niederlassen und Immobilien erwerben. Am 11. März 1812 erließ König Friedrich Wilhelm ein Edikt über die Bürgerlichen Verhältnisse der Juden, welches als Emanzipationsedikt in die Geschichte einging. Dieses Edikt stellte Juden als vollberechtigte Bürger des Königreichs Preußen mit allen anderen Bürgern gleich. Seitdem wurden preußische Juden als Staatsbürger oder Inländer bezeichnet. Die Bedingungen, um die preußische Staatsbürgerschaft zu erhalten, waren die Änderung der Nachnamens und Namens sowie die Verwendung der deutschen Sprache. Als Bestätigung ihrer vollen Bürgerrechte erhielten Juden ein spezielles Diplom.

Laut dem Edikt hatten Juden das Recht auf freie Wohnungs- und Berufssuche, auf freie Religionsausübung sowie auf freien Erwerb von Immobilien. Seitdem durften sie ohne Einschränkungen an Hochschulen studieren und eine akademische Berufslaufbahn einschlagen. Die Bürgerrechte legten aber auf sie auch die Wehrpflicht auf, weswegen sie ab 1813 in die Armee eingezogen wurden. Der König behielt sich das Recht vor, über die Ämter, die Juden in den staatliche Behörden bekleiden sollten, zu entscheiden. Die neuen Rechtsbestimmungen setzten die jüdische Gerichtsbarkeit außer Kraft und verstanden die jüdischen Gemeinden als private Vereinigungen. Laut Selma Stern „ebnete Friedrich der Große, sicherlich wider seinem Willen, den Weg zur wirtschaftlichen, kulturellen und später auch politischen Emanzipation der Juden“[1.10]. Das Edikt trug auch dazu bei, dass später liberale Gemeinden neben konservativen existierten, was vor allem in industrialisierten schlesischen Städten der Fall war. Ferner durften Juden ab 1821 nicht auf Hebräisch unterschreiben. Seitdem war bei amtlichen Angelegenheiten nur die deutsche Sprache in Gebrauch.

Unter diesen Umständen zog um das Jahr 1825 die erste jüdische Familie nach Kattowitz, welches damals rund 800 Einwohner zählte[1.11]. Es war die Familie des Großhändlers Hirschel Fröhlich (Hirsch Fruieh), der eine Hofschenke am Friedrichsplatz pachtete (Ring, heute Rynek). Die 1825 durchgeführte Volkszählung (veröffentlicht durch Johan Georg Knie) gibt an, dass vier Juden in der Stadt zu der Zeit gewohnt haben[1.12].

Im Jahre 1840 lebten bereits 12 Juden in der Stadt. Unter ihnen war auch Isaak Grätzer, der 1848 in der Stadt das Hotel „Welt“ errichtete (später hieß das Hotel „Retzlaff“, heute befindet sich in dem Gebäude das Kaufhaus „Zenit“), Marianne Fröhlich (die Ehefrau des 1826 verstorbenen Hirschl), der kaufmännische Helfer Josef Haudorff (später lebte er in Myslowitz) sowie der Herbergswirt Löbel Zernik (der bei Grätzer arbeitete)[1.13]. Im Jahre 1844 stieg die Zahl der Kattowitzer Juden auf 17 Personen in vier Familien.

Erst im November 1847 erließ Friedrich Wilhelm IV. das Gesetz über die Verhältnisse der Juden, welches die jüdische Bevölkerung sowohl in ihren politischen als auch bürgerlichen Rechten mit der christlichen Bevölkerung gleichstellte. Das Gesetz regulierte ebenfalls zahlreiche rechtliche Angelegenheiten, die die Organisation und Funktionsweise der jüdischen Gemeinden betrafen. Es bestimmte auch die territoriale Reichweite der Kreise. Anfangs entwickelt sich die Kattowitzer Gemeinschaft nicht so schnell, wie die Gemeinden im nahegelegenen Modrzejów, Myslowitz, Sosnowiec, Dombrowa, Będzin oder Zawiercie. Erst 1847, als Kattowitz mit einer Eisenbahnlinie mit den anderen Städten Preußens verbunden wurde, stieg die Attraktivität der Stadt und es kam zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Eine besonders dynamische Entwicklung der Stadt als Zentrum der Schwerindustrie erfolgte dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. So wurde Kattowitz zu einem immer attraktiveren Ort für jüdische Siedler. Es ließen sich immer mehr jüdische Familien nieder, die im Handel und Dienstleistungsgewerbe tätig waren.

Auch die Juden, die in den umliegenden Großstädten lebten, verlagerten ihre Unternehmen nach Kattowitz. Der in Gleiwitz lebende Oscar Caro bspw. kaufte die Hütte „Baildon“ in Kattowitz. Daraufhin verband er sie mit der Hütte „Julia“ (in Boberek, heute Stadtteil von Beuthen), der Hütte „Hermina“ (in Łabędy) und der Firma „Heinrich Kern & Co“ (Drahtfabrik). Im Endeffekt entstand der Konzern Oberschlesische Eisenindustrie A.G. für Bergbau und Hüttenbetrieb. Später wurde auch die Hütte „Silesia“ in Rybnik angeschlossen[1.14]. Ein anderer, aus Gleiwitz stammender Unternehmer, Fritz Friedlaender, war Inhaber des Bergwerks „Eminenz“ bei Kattowitz[1.15].

Aber auch die Kattowitzer Unternehmer bauten ihre Unternehmen stetig aus. Die Brüder Goldstein bspw. handelten mit Holz und erbauten Anfang des 20. Jahrhunderts eine Villa am heutigen Platz Wolności[1.16]. Die Geschäftspartner Fielder und Glaser errichteten auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes vor dem Kattowitzer Magistrat die größte Getreidemühle in Oberschlesien. Unter den jüdischen Industriellen aus dieser Zeit verdient noch Dawid Czwiklitzer Erwähnung, der in der Stadt eine Seifenfabrik gründete, sowie Maks Kromołowski, der Lederwaren produzierte.

Im Jahre 1847 schloss sich die jüdische Gemeinschaft aus Kattowitz freiwillig der Gemeinde in Myslowitz an. Die Kattowitzer Juden nutzten die dortige Mikwe und bestatteten ihre Verstorbenen auf dem Myslowitzer Friedhof. Ab 1850 versammelten sich die Juden auch in Kattowitz zum Gebet, wobei dies in privaten Häusern oder Mietwohnungen geschah. Zum Gebet versammelten sie sich vor allem im Haus von Sommer (heute befindet sich dort das Pressehaus am Marktplatz), bei Adolf Fröhlich (Pächter von höfischen Gütern, heute das Kaufhaus „Skarbek“), im Hotel „de Prusse“ am Friedrichsplatz (das nicht mehr existierende Gebäude am Marktplatz) oder bei Salomon Goldstein (heute ul. Warszawska)[1.17].

Im Jahre 1850 verabschiedete das preußische Parlament eine neue Verfassung, die endgültig die Bürgerrechte der Juden bestätigte. Willy Cohn beschrieb diese Tatsache mit folgenden Worten: „Prinzipiell hat sie [die Verfassung] diesen langwierigen Prozess abgeschlossen. Auch der schlesische Jude, dessen Existenz über ein halbes Jahrhundert oftmals gefährdet war, konnte nun im Land, welches zu seiner Heimat wurde, seinen Beruf ausüben“[1.18].

Im Jahre 1855 lebten in Kattowitz 105 Juden. Die Gemeinschaft bemühte sich um die Erlaubnis, eine kleine Synagoge zu errichten. Auf Initiative von Heimann Fröhlich sollte sie auf seinem Grundstück in der heutigen ul. Mariacka errichtet werden, doch die Pläne konnten nicht realisiert werden. Die Kattowitzer Juden setzten ihre Bemühungen fort und bereits 1861 erwarben sie ein Grundstück aus den Ländereien der Familie Tiel-Winckler, um auf ihm ihr Gotteshaus zu errichten (heute die Kreuzung der ul. 3 Maja und Słowackiego)[1.19]. Das Gebäude wurde vom Kattowitzer Architekten Ignatz Grünfeld entworfen und am 4. September 1862 eingeweiht.

Zeitgleich begann sich die Kattowitzer Gemeinschaft von der Gemeinde in Myslowitz zu lösen und selbstständig zu machen. Am 5. Februar 1862 wurde ein Antrag in dieser Sache an das Königliche Kreisamt in Beuthen gerichtet. Nach langen Verhandlungen willigten die Behörden am 5. Oktober 1846 ein, dass zum 1. Januar 1866 die Juden, die in Kattowitz, in der Kattowitzer Halde (heute das Gebiet zwischen der Innenstadt und Brynów) und Brynow lebten, die Synagogengemeinde in Myslowitz verlassen und eine eigenständige Gemeinde gründen würden[1.20]. Kurz darauf fanden die Wahlen zum Vorstand der sich bildenden Gemeinde statt. Auch die Institutionen wurden nach und nach gegründet. Bis zur Wahl des ersten Rabbiners im Jahre 1871 war Israel Bornstein Entscheidungsträger in allen religiösen Angelegenheiten[1.21].

Als 1865 Kattowitz die Stadtrechte verliehen wurden, stieg die jüdische Besiedlung stark an. Im Jahre 1846 lebten in Kattowitz 573 Juden (12% der Stadtbevölkerung). Die steigende Bevölkerungszahl verlangte von der Gemeinde den Bau neuer religiöser Objekte. Im Jahre 1867 wurde auf dem Grundstück neben der Synagoge eine Mikwe errichtet. Diese entstand ebenfalls nach dem Entwurf von Ignatz Grünfeld. Ferner wurde 1868 der jüdische Friedhof eingeweiht, der bis heute in der ul. Kozielska erhalten geblieben ist. Am 6. Oktober 1871 wählte die jüdische Gemeinde ihren ersten Rabbiner, Dr. Jacob Cohn, der sein Amt vom 6. Januar 1872 bis Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts inne hatte[1.22].

1872 wurde derVerband der Oberschlesischen Synagogen-Gemeinden gegründet, dem auch die Gemeinde in Kattowitz beitrat. Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet der Kattowitzer Gemeinde vergrößert, indem 1872 die jüdischen Gemeinschaften aus Załęże, Bedersdorf und Gnatzdorf angegliedert wurden. Im Jahre 1873 wurde aufgrund der ständig steigenden Mitgliederzahl der Gemeinde in der Synagoge ein weiterer Gottesdienst eingeführt. Eine weitere Vergrößerung der Gemeinde fand infolge der Eingliederung des Dorfes Dąb im Jahre 1876, Josefsdorf und Hohenlohütte (1878) sowie 1884 von Boguschütz und Zawodzie, statt[1.23]. Dank der Abschaffung des Diskriminierungs-Dekrets vom 3. August 1871, das die Zahl der jüdischen Kaufleute und Handwerker einschränkte, konnte sich die Kattowitzer Gemeinde sowohl demographisch als auch wirtschaftlich weiterentwickeln, bis sie Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts eine starke Position in der Region erlangen konnte.

Im Jahre 1880 beschloss der Gemeindevorstand den Ausbau der Synagoge. Der Entwurf wurde von Carl Häusler erstellt, die Bauarbeiten hingegen dauerten von 1880 bis 1883. Am 20. April 1883 fand die feierliche erneute Einweihung der Synagoge statt. Neben dem liberalen und reformierten Judentum gab es in Kattowitz zahlreiche chassidische Gruppierungen, die über eigene Gebetshäuser verfügten, welche sich in Privathäusern befanden.

Die Kattowitzer Juden nahmen auch teil an dem sozialen und politischen Leben der Stadt. Sie saßen auch im Stadtrat und der Stadtverwaltung.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts existierte eine starke zionistische Bewegung in der Stadt. Im Jahre 1884, zum 100-jährigen Geburtstag von Mojżesz Montefiore, einem jüdischen Philanthropen und sozialen Aktivisten, fand in der Stadt eine internationale Konferenz der Organisation Chovevei Zion (hebr. Zionsliebe). Die Konferenz ging in die Geschichte als Kattowitzer Konferenz ein. Damals wurden Beschlüsse bzgl. der internen Strukturen der Organisation sowie über die Unterstützung der jüdischen Migration nach Palästina getroffen.

Aufgrund der stetigen Flächenausbreitung der Kattowitzer Gemeinde sowie ihres demographischen Anstiegs begann die Diskussion über eine neue, größere Synagoge. Die neue Synagoge wurde nach dem Projekt von Max Grünfeld von der Firma Ignatz Grünfeld Baugeschäft erbaut. Die feierliche Eröffnung der Großen Synagoge fand am 12. September 1900 statt.

Das Ende des Ersten Weltkriegs brachte große Veränderungen in Oberschlesien mit sich. Die Wiedergeburt des polnischen Staates am 11. November 1918 (Die Zweite Republik, II Rzeczpospolita Polska) ging mit einem Anstieg der propolnischen Stimmung in der schlesischen Bevölkerung einher. Dies führte zu einem Konflikt mit der deutschen Bevölkerung, was in drei aufeinanderfolgenden schlesischen Aufständen resultierte. Die schlesischen Juden befanden sich inmitten eines historischen Unwetters, welches durch Schlesien zog. Die meisten Juden sprachen sich für die deutsche Seite aus. In dieser Zeit (1919) stand Bruno Altman an der Spitze der Gemeinde.
Am 20. März 1921 wurde in Oberschlesien eine Volksabstimmung durchgeführt. Während des Plebiszits stimmten die meisten Juden für den Verbleib Oberschlesiens in Deutschland. Bei der Wahl in Kattowitz wurden 85,4% Stimmen für den Verbleib in Deutschland, 14,6% für die Angliederung an Polen abgegeben. Trotz dessen führte die polnische Bevölkerung zum Ausbruch eines weiteren Aufstandes in Schlesien, um gewaltsam gegen das Ergebnis vorzugehen.

Nach der Eingliederung der Stadt Kattowitz an Polen wanderten die meisten Juden nach Deutschland aus. Sie identifizierten sich mit den Deutschen und waren mit einer Änderung ihrer Staatsangehörigkeit nicht einverstanden. Die meisten ließen sich in den damals zu Deutschland gehörenden Beuthen und Breslau nieder[1.24]. Nach 1922 begangen polnische Juden die von ihnen verlassenen Gebiete Oberschlesiens zu besiedeln. Sie stammten mehrheitlich aus dem Dombrowaer Kohlenbecken, aber auch aus dem ehemaligen Kongresspolen. Ihre Ankunft konnte teilweise die Auswanderung der deutschen Juden wieder gut machen und erlaubte den jüdischen Gemeinden in Schlesien weiterhin zu existieren. Doch sie begegneten großer Abneigung, sowohl seitens der lokalen Behörden als auch seitens der bereits ansässigen Juden. Diese Abneigung resultierte aus dem von vielen Bewohnern Oberschlesiens vertretenen Vorurteil, Kongresspolen sei rückständig, arm und kulturell schlechter gewesen. Diese Abneigung wurde auf die ankommenden polnischen Juden projiziert. Sie wurden zum einen im Kontext der steigenden Konkurrenz, zum anderen als Gefahr einer Steigerung der propolnischen Tendenzen angesehen. Diese Konflikte wurden auch in die internen Strukturen der jüdischen Gemeinden übertragen und hatten negativen Einfluss auf ihre Entwicklung.

In den Jahren 1924-1928 war Ezechiel Lewin der Rabbiner von Kattowitz, dessen Bruder Aron hingegen war Rabbiner von Rzeszów und Abgeordneter zum Sejm von der konservativen Partei Aguda. Als Lewin 1928 das Amt des Rabbiners von Lemberg übernahm, hatte Kalman Chamenides, aus dem Rabbinerseminar in Kattowitz, das Amt des Kattowitzer Rabbiners inne. Da Chamenides die polnische Sprache nicht beherrschte, was eine der Voraussetzungen für das Amt des Rabbiners war, sah sich die Gemeinde gezwungen, den aus Galizien stammenden Mordechaj Vogelman für eine Zeit lang einzustellen. Vogelman blieb aber über viele Jahre in seinem Amt und war bis 1939 mitsamt Chamenides der Rabbiner von Kattowitz. Beide Rabbiner - herausragende Redner und Gelehrte - waren sehr im Leben der lokalen Gemeinschaft aktiv und engagierten sich in zahlreichen karitativen Organisationen sowie in der Bildungs- und Sozialpolitik. Nach Ausbruch des Krieges gelang es Mordechaj Vogelman mitsamt seiner Familie nach Palästina zu gelangen, wo er bis zu seinem Tode der Rabbiner in der Ortschaft Kirjat Motzkin war. Chamenides hingegen flüchtete mit einem anderen schlesischen Rabbiner nach Lemberg, das sich unter sowjetischer Herrschaft befand[1.25].

Im Jahre 1931 waren von den 5716 Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft in Kattowitz rund 60% Neuankömmlinge aus unterschiedlichen Gebieten Polens. Zeitgleich befand sich das Land in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, die die regionalen Industriebetriebe schwächte und hohe Arbeitslosigkeit nach sich zog. Diese Situation führte zu zahlreichen Konflikten unter den Kattowitzer Juden, wenngleich die Gemeinde sich bemühte, den Ankömmlingen zu helfen und ihnen die Assimilation mit der lokalen Gemeinschaft zu erleichtern.

Im Jahre 1933 gelangten die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht, weswegen ein Teil der Auswanderer nach Oberschlesien zurückkehrte. Die Entscheidung über die Rückkehr wurde aufgrund der antisemitischen Repressionen in Deutschland getroffen. Die Zahl der rückkehrenden Juden muss beachtlich gewesen sein, da das Woiwodschaftsamt der Woiwodschaft Schlesien dem Vorstand der Israelischen Gemeinden in Kattowitz die Erlaubnis erteilte, eine Spendensammlung für die jüdischen Rückkehrer zu organisieren. Die Spendenaktion fand an den Tagen vom 1. bis zum 30. Juni 1933 in allen Synagogengemeinden der Woiwodschaft Schlesien statt[1.26].

Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts vertieften sich die materiellen Unterschiede in der jüdischen Bevölkerung. Grund hierfür war die immer schlechtere Wirtschaftslage. Neben den wohlhabenden 250 Familien der Bankiers, Industriellen, Monopolisten im Getreide- und Holzhandel, sowie der Inhaber von Luxushotels und -geschäften[1.27] und ca. 1000 Familien, die vom Kleinhandel lebten, wurde die Gruppe der ärmsten Einwohner, die über keine Mittel zum Leben verfügten, immer größer. Die Gemeinde bemühte sich den negativen Folgen der gesellschaftlichen Prozesse entgegenzuwirken, indem sie Hilfe organisierte, eine Küche und eine Klinik für die ärmsten Bewohner gründete sowie Freizeiten für Kinder aus den ärmsten Familien veranstaltete. Im Jahre 1936 wurde ein jüdisches Arbeitsamt eröffnet.

Die sich zunehmend in den 30er Jahren verschlechternde Wirtschaftslage sowie die Aktivitäten der in Kattowitz agierenden nationalsozialistischen Organisationen trugen zur Verschlechterung der Lebensverhältnisse der oberschlesischen Juden bei. Im Jahre 1933 kam es zu antijüdischen Ausschreitungen, drei Jahre später hingegen wurde auf Grundlage der antijüdischen Propaganda, die u. a. von der lokalen Presse geführt wurde, eine Kampagne für die Schließung der koscheren Schlachtereien geführt[1.28]. Als Folge der in den Jahren 1937-1938 eingeführten rechtlichen Bestimmungen wurden viele jüdische Handwerker, u. a. Friseure und Schneider, ihrer Arbeitserlaubnis beraubt. Im Jahre 1937 kam es zu Pogromen, jüdische Geschäfte wurden boykottiert, viele von ihnen wurden gar in Brand gesteckt, was sechs Todesopfer forderte[1.29]. Folge der zunehmend intensiveren antisemitischen Repressionen Mitte der 30er Jahre war, dass viele Juden die Stadt verließen. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben in Kattowitz nur 8587 Juden, die 6,3% der Gesamtbevölkerung darstellten[1.1.23]. Neben der Großen Synagoge befanden sich unter der Aufsicht der Gemeinde die Beit ha-Midrasch, eine Mikwe sowie ein jüdischer Friedhof. Zudem waren einige Schulen sowie ein jüdischer Kindergarten in Betrieb. Geplant war der Bau eines Krankenhauses, eines Altenheims, eines Waisenhauses sowie einer neuen Synagoge[1.30].

Im Jahre 1937 wurde neben der Großen Synagoge ein neues, fünfstöckiges Gebäude errichtet, in dem Institutionen der Gemeinde untergebracht wurden und welches zugleich das Kulturzentrum sowie Sitz vieler Organisationen war. Die Gemeinde legte zudem großen Wert auf Bildung. In den Zwischenkriegsjahren gab es in der Gemeinde neben der Talmud-Thora auch die Berek Joselewicz-Schule sowie eine hebräische Schule[1.31]. Ab 1932 gab die Kattowitzer Gemeinde auch eine eigene Zeitung heraus[1.32].

Am 12. März 1938 besetzte und annektierte das Dritte Reich Österreich, im Oktober 1938 auch das tschechische Sudetenland, am 15. März - ganz Tschechien und Mähren. Die deutschen Juden, die sich in Oberschlesien aufhielten, befürchteten weitere territoriale Ansprüche des Dritten Reiches, was zu einem deutsch-polnischen Krieg geführt hätte. In diesem Szenario würde sich Oberschlesien unter deutscher Besatzung befinden. Viele schlesische Juden, die sich der antisemitischen Politik Hitlers bewusst waren, zogen es vor nicht länger zu warten, um den weiteren Verlauf der Ereignisse zu beobachten. Stattdessen flüchteten sie in den Westen. Auf diese Weise begannen die jüdischen Gemeinschaften in Schlesien ab 1938 zu schrumpfen.

Am 1. September 1939 überfielen die Deutschen Polen, womit sie den Zweiten Weltkrieg entfachten. Bereits am 3. September wurde Kattowitz von deutschen Truppen eingenommen. Nach dem Einmarsch plünderten die Deutschen die jüdischen Häuser und brannten die Große Synagoge nieder. Die Ruinen der Synagoge wurden abgetragen, in den restlichen Gebäuden der Gemeinde wurde das Hauptquartier der Gestapo eingerichtet.

Kurze Zeit später wurde Kattowitz in das Reich eingegliedert und zur Hauptstadt der Provinz Oberschlesien ernannt. In den ersten drei Monaten der Besatzung wurde die Mehrheit der Juden in Kattowitz (ca. 11-12 000 Menschen - Einwohner und Flüchtlinge) dazu aufgefordert, die Stadt zu verlassen und in das Generalgouvernement zu flüchten. Ein Teil von ihnen flüchtete in die sowjetische Besatzungszone, ein anderer Teil wurde in die umliegenden Ortschaften umgesiedelt, u. a. nach Sosnowiec. Ende 1939 blieben nur noch ca. 900 Juden in Kattowitz.

Die Behörden des Dritten Reiches erarbeiteten Anfang 1940 den „Generalplan Ost“, in dem eine sukzessive Exterminierung der polnischen Juden und Roma vorgesehen wurde. Ein weiterer Schritt des Plans war die Aussiedlung eines großen Teils der Polen in den Osten. Die restlichen Polen sollten zu Arbeitskräften in der deutschen Industrie und Landwirtschaft versklavt werden. Die Realisierung des Plans begann in Großpolen, Pommern und in Schlesien. In Oberschlesien sollten nach den ersten Plänen alle Juden in das Generalgouvernement ausgesiedelt werden, doch nach der Absage der dortigen Behörden entschied man sich, Ghettos zu errichten. Anfang 1940 befanden sich die größten von ihnen in Będzin und Sosnowiec. Tatsächlich waren es „Reservate billiger Arbeitskräfte“, die in Arbeitslager in ganz Schlesien transportiert wurden. Im Mai und Juni 1940 wurden die Juden aus Kattowitz nach Chrzanów (ca. 600 Personen), Szczakowa (ca. 150 Personen) sowie nach Sosnowiec und Będzin gebracht, wo sie das Schicksal ihrer Mitbekenner teilten.

Ab Oktober 1940 wurde die Zwangsarbeit von Juden vom Sonderbeauftragten des Reichsführers SS für den fremdvölkischen Arbeitseinsatz in Oberschlesien Albrecht Schmelt koordiniert. Für die Organisierung und Gruppierung der Kontingente der jüdischen Arbeiter wurde eigens die Dienststelle Schmelt errichtet, an deren Spitze Mitte 1941 Majer Brzeski stand. Die Kontingente junger Juden wurden daraufhin mit Transporten in die Arbeitslager in die Regierungsbezirke Kattowitz und Oppeln gebracht[1.33]. Im Jahre 1940 gründete der Reichsführer der SS Heinrich Himmler das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Es sollte zu einer Quelle von „arbeitenden Sklaven“ für das Oberschlesischen Industriegebiet und das Dombrowaer Kohlenbecken werden. Über die Ghettos im Dombrowaer Kohlenbecken wurden viele Kattowitzer Juden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert.

Als im Winter 1942/1943 es zum Einbruch der deutschen Ostfront und der Niederlage bei Stalingrad kam und zeitgleich das Ruhrgebiet unter starken Luftangriffen der Alliierten litt, begann die Industrie Oberschlesiens eine primäre Rolle in der deutschen Waffenindustrie zu spielen. Mit der Zeit stammten von dort sogar 50% der kompletten Waffenproduktion des Reiches. Die Behörden forderten von Schlesien eine Steigerung der Kohleförderung sowie eine investitionslose Vergrößerung der Waffenproduktion, obwohl es zeitgleich immer mehr an Arbeitern fehlte. Aus diesem Grund wurde der Beschluss gefasst, Arbeitslager auch sofort an den Waffenfabriken zu errichten.

Bereits im März und im April 1942 legte der Generalinspektor des Konzentrationslagerwesens SS-Obergruppenführer Oswald Pohl die Rahmenbedingungen für die Ausbeutung der Arbeitskraft der Häftlinge fest. Im Sommer 1942 wurden die Konzentrationslager in die Produktion zur Steigerung des wirtschaftlichen Potentials des Dritten Reiches eingegliedert. Im September 1942 befahl Adolf Hitler hingegen, in unmittelbarer Nähe der Industriebetriebe neue Arbeitslager zu schaffen. Seitdem entstanden Filialen der Konzentrationslager, deren Häftlinge in Sklavenarbeit für die Fabriken und Betriebe der deutschen Wirtschaft arbeiten mussten. In den Jahren 1943-1944 waren in Kattowitz viele Arbeitslager tätig, in denen vor allem Juden aus Westeuropa arbeiteten, darunter ca. 900 Juden aus Frankreich[1.34].

Nach dem Krieg ließen sich ca. 1500 Juden in Kattowitz nieder, wenngleich es Menschen aus anderen Gebieten waren, die den Krieg in der UdSSR überstanden. In der Stadt wurde das Jüdische Komitee für Oberschlesien gegründet, welches tausende jüdische Flüchtlinge, die durch Kattowitz in den Westen zogen, unterstützte. Im Jahre 1950 wurde eine lokale Abteilung der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Juden in Polen gegründet, die bis heute existiert. Kurz nach dem Krieg wurde in Kattowitz die Kongregation des mosaischen Glaubens gegründet, die im Jahre 1993 in die Jüdische Glaubensgemeinde überging. Nach dem Ausbruch der antisemitischen Kampagne im Jahre 1968 verließen die meisten Juden die Stadt. Im Jahre 1969 waren es nur noch ein paar jüdische Familien, die sich entschlossen haben, zu bleiben[1.35].

 

 

Print
Fußnoten
  • [1.1] Maser P., Weiser A., Juden in Oberschlesien, Bd. 1, Berlin 1992, S. 26
  • [1.2] Rabin I., Vom Rechtskampf der Juden in Schlesien (1582–1713), „Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars für das Jahr 1926” 1927, S. 50–51
  • [1.3] Kirshenboim S. L., Krakowski S., Katowice, [in:] The Encyclopedia Judaica, Red. M. Berenbaum, F. Skolnik, Bd. 12, Detroit 2007, S. 6
  • [1.4] Heitmann M., Lordick H., Zur Geschichte des Judentums in Schlesien, [in:] „Wach auf mein Herz und denke!” – Zur Geschichte der Beziehungen zwischen Schlesien und Berlin-Brandenburg, Berlin – Opole 1995, S. 52
  • [1.5] Archiwum Państwowe w Gliwicach, Akta Miasta Gliwice, Sign. 6246, 6247, 6248, 6249
  • [1.6] Heitmann M., Lordick H., Zur Geschichte des Judentums in Schlesien, [in:] „Wach auf mein Herz und denke!" – Zur Geschichte der Beziehungen zwischen Schlesien und Berlin-Brandenburg, Berlin – Opole 1995, S. 53
  • [1.7] Walerjański D., Z dziejów Żydów na Górnym Śląsku do 1812 roku, „Orbis” 2005, Bd. V, S. 35
  • [1.8] [[refr:|Sikora A., Śladami Żydów w Katowicach, „Gazeta Uniwersytecka UŚ” [online] https://gazeta.us.edu.pl/node/258851 [Zugriff: 03.06.2020].
  • [1.9] Eisenbach A., Emancypacja Żydów na ziemiach polskich 1785–1870, Warszawa 1988, S. 128–129.
  • [1.10] Heitmann M., Lordick H., Zur Geschichte des Judentums in Schlesien, [in:] „Wach auf mein Herz und denke!” – Zur Geschichte der Beziehungen zwischen Schlesien und Berlin-Brandenburg, Berlin – Opole 1995, S. 53.
  • [1.11] Katowice, [in:] Encyclopaedia Judaica, red. F. Skolnik, M. Berenbaum, Vol. 12, Detroit, 2007, S. 6.
  • [1.12] Sikora A., Śladami Żydów w Katowicach, „Gazeta Uniwersytecka UŚ” [online], http://gu.us.edu.pl/node/258851 [Zugriff: 03.06.2014].
  • [1.13] Karski Z., Ha-Jehudim ha-germanim 1865 ad 1922, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 6; Sikora A., Śladami Żydów w Katowicach, „Gazeta Uniwersytecka UŚ” [online] https://gazeta.us.edu.pl/node/258851 [Zugriff: 03.06.2014].
  • [1.14] Małusecki B., Rodziny gliwickich przemysłowców pochodzenia żydowskiego – ich udział w życiu i rozwoju miasta, [in:] Żydzi Gliwiccy, Red. B. Kubita, Gliwice 2006, S. 64.
  • [1.15] Małusecki B., Rodziny gliwickich przemysłowców pochodzenia żydowskiego – ich udział w życiu i rozwoju miasta, [in:] Żydzi Gliwiccy, Red. B. Kubita, Gliwice 2006, S. 69–71.
  • [1.16] Chrust J., Ha-wilat ha-Goldsteinim be-plac Wolnosci, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 23.
  • [1.17] Sikora A., Śladami Żydów w Katowicach, „Gazeta Uniwersytecka UŚ” [online] https://gazeta.us.edu.pl/node/258851 [Zugriff: 03.06.2014].
  • [1.18] Walerjański D., Z dziejów Żydów na Górnym Śląsku do 1812 roku, „Orbis” 2005, Bd. 5, S. 39.
  • [1.19] Schmitz R. P., Ha-Kehila ha-jehudit be-Katowic, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 10.
  • [1.20] Sikora A., Śladami Żydów w Katowicach, „Gazeta Uniwersytecka UŚ” [online] http://gu.us.edu.pl/node/258851 [Zugriff: 03.06.2014].
  • [1.21] Kirshenboim S. L., Krakowski S., Katowice, [in:] Encyclopaedia Judaica, ed. M. Berenbaum, F. Skolnik, Bd. 12, Detroit 2007, S. 6; Schmitz R. P., Ha-kehila ha-jehudit be-Katowic, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 10.
  • [1.22] Schmitz R. P., Ha-Kehila ha-jehudit be-Katowic, [w:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 10.
  • [1.23] Kirshenboim S. L., Krakowski S., Katowice, [in:] Encyclopaedia Judaica, Red. M. Berenbaum, F. Skolnik, Bd. 12, Detroit 2007, S. 6; Schmitz R. P., Ha-kehila ha-jehudit be-Katowic, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 10f
  • [1.24] Eshel-Kaufmann A., Kehila ktana ve-toseset, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 37.
  • [1.25] Kirshenboim S. L., Krakowski S., Katowice, [in:] Encyclopaedia Judaica, Red. M. Berenbaum, F. Skolnik, Bd. 12, Detroit 2007, S. 6; Schmitz R. P., Ha-kehila ha-jehudit be-Katowic, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, S. 10; Eshel-Kaufmann A., Kehila ktana ve-toseset, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 37.
  • [1.26] Archiwum Państwowe w Katowicach, Akta miasta Tarnowskie Góry, Sign. 3311, k. 75; Gwóźdź K., Żydzi w okresie międzywojennym, [in:] Historia Tarnowskich Gór, Red. J. Drabina, Tarnowskie Góry 2000, S. 434.
  • [1.27] Chrust J., Haje ha-kalkala bi-sznot ha-szloszim, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 56-58.
  • [1.28] Chrust J., Ha-antiszemijot, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 59–61.
  • [1.29] Schmitz R. P., Ha-kehila ha-jehudit be-Katowic, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 10f
  • [1.1.23] Kirshenboim S. L., Krakowski S., Katowice, [in:] Encyclopaedia Judaica, Red. M. Berenbaum, F. Skolnik, Bd. 12, Detroit 2007, S. 6; Schmitz R. P., Ha-kehila ha-jehudit be-Katowic, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 10f
  • [1.30] Chrust J., Haje ha-kehila bi-sznot ha-szloszim, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 41f
  • [1.31] Schmitz R. P., Ha-kehila ha-jehudit be-Katowic, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 10f
  • [1.32] Chrust J., Ha-iton ha-riszmi szel ha-kehila, [in:] Katowic. Perihata ve-szekijata szel ha-kehila ha-jehudit. Sefer Zikaron, Red. J. Chrust, J. Frankel, Tel Aviv 1996, S. 27.
  • [1.33] Śladami Żydów z Zagłębia Dąbrowskiego. Wspomnienia, Red. B. Ciepiela, M. Sromek, Będzin 2009, S. 24.
  • [1.34] Kirshenboim S. L., Krakowski S., Katowice, [in:] Encyclopaedia Judaica, ed. M. Berenbaum, F. Skolnik, Bd. 12, Detroit 2007, S. 6.
  • [1.35] Kirshenboim S. L., Krakowski S., Katowice, [in:] Encyclopaedia Judaica, Red. M. Berenbaum, F. Skolnik, Bd. 12, Detroit 2007, S. 6.