Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Stadt jüdische Chedarim-Schulen, die nur in privaten Haushalten tätig waren. Neben diesen traten auch moderne Konfessionsschulen auf, die von der Misrachi-Gesellschaft und der Partei Aguda Israel geführt wurden, die neben Religion auch nicht weltliche Fächer unterrichteten. Zu diesen Einrichtungen gehörte unter anderem auch die hebräische Knabenschule, die von den Zionisten aus Kielce unterstützt wurde und von H. Szrajber geleitet wurde. Sie war lediglich zwei Jahre lang in Betrieb, dann wurde sie wegen finanzieller Probleme und eines Mangels an qualifiziertem Personal geschlossen. Die nach einigen Jahren von den Gebrüdern Jaskowicz reaktivierte Hebräische Schule, die neben den religiös motivierten Fächern Hebräisch und jüdische Geschichte auch weltliche Fächer anbot, wurde nach nur sechs Monaten Tätigkeit geschlossen. 1912 wurde in Kielce eine neue private Knabenschule gegründet. Sie beschäftigte junge, gut ausgebildete Lehrer und hatte ein sehr hohes Niveau. Nach Kriegsausbruch wurde sie jedoch, genau wie andere Bildungsinstitutionen, geschlossen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg gab es eine jüdische nicht-religiöse Grundschule, die von Stefania Wolman geleitet wurde und sich an Mädchen aus der gesellschaftlichen Oberschicht richtete. Zu Beginn wurde hier gemäß des staatlichen Lehrplans unterrichtet. Später wurde auf Wunsch einiger Eltern auch Hebräisch als Unterrichtsfach eingeführt. Anschließend wurde die Schule in ein Gymnasium umgewandelt. Daneben existierten die Stefania-Wolska-Schule und eine jüdische Mädchenschule, die von Sloma Rajzman geleitet wurde, in der unter anderem Jüdische Kultur und Hebräisch auf sehr hohem Niveau unterrichtet wurden. Diese Schule war für Mädchen aus der Mittelschicht gedacht, die hauptsächlich aus Handwerker- und Händlerfamilien stammten. Mädchen aus armen Familien besuchten häufig die Beeit-Jakow-Schule.

Jüdische Kinder besuchten auch staatliche und private nicht-jüdische Schulen, unter anderem das russische staatliche Gymnasien, polnische Handelsschulen, sowie private polnische Grundschulen und weiterführende Schulen. 1917 wurde nach der Besatzung der Stadt durch die österreichische Armee eine weitere hebräische Privatschule für Jungen eröffnet. Dies war die erste Jungenschule, in der Frauen, vorwiegend Absolventinnen des Wolman-Mädchengymnasiums, unterrichteten. Sie erfreute sich großer Beliebtheit und war bis zum Zweiten Weltkrieg tätig. In Kielce entstand außerdem Mizrachi, eine Gesellschaft, die die jüdische Schule „Torah VaDa'at” (Thora und Wissen) gründete. In der Schule erhielt man eine Ausbildung mit national-religiösem Charakter, verbunden mit einer weltlichen Ausbildung. Diese Schule, die sich großer Beliebtheit erfreute, hatte am Anfang Probleme mit ihren Räumlichkeiten und konnte kein entsprechend qualifiziertes pädagogisches Personal finden. Zur selben Zeit entstand unter der Aufsicht der Partei Aguda Israel in Kielce eine neue Chederschule namens „Yesodei HaTorah”(Grundlagen der Thora), die den Status einer öffentlichen Schule hatte und in der neben religiösen Fächern auch weltliche Fächer unterrichtet wurden. Ein Teil der Schüler und Lehrer der „Torah VaDa”at” wechselte Ende des Schuljahres auf die „Yesodei HaTorah”, wodurch eine viele Jahre andauernde Rivalität zwischen diesen beiden Schulen entbrannte.

1918 zog die Schule „Torah VaDa'at” in ein neues, frisch renoviertes Gebäude um, es wurden neue Lehrer und eine kompetente Schulleitung eingestellt, was dazu verhalf, die frühere Position zurückzugewinnen. Nach einer gewissen Zeit wurde die Schule an das Jawne-Schulnetz angeschlossen, das von der Mizrachi finanziert wurde.

1918 wurde in Kielce eine weitere jüdische Schule eröffnet, ein nicht an die Religionszugehörigkeit gebundenes Gymnasium, in dem viele aus Galizien stammende Lehrer beschäftigt wurden.

Der erste Direktor der Schule hieß Dr. Noach Braun, er sympathisierte mit der Mizrachi, ihm folgte der zionistische Aktivist Icchok Rzeliński, der anschließend als Schulleitet von Dr. Feuer abgelöst wurde, der diese Stelle bis 1939 innehatte [[Quelle: Sefer Kielce..., S. 80-87. ]].

Nach Wiedergewinnung der Unabhängigkeit entstanden in der Stadt immer mehr unentgeltliche staatliche Schulen die nicht an die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion gebunden waren und häufig Grund- und Mittelschulen waren, auf die viele Jungen und Mädchen aus jüdischen Familien gingen. Daneben entstanden auch neue jüdische Privatschulen, unter anderem eine Mädchenschule, die von Minc Nonnen geleitet wurde, die unter dem Einfluss der zionistischer Ideologie stand [[Quelle:Sefer Kielce ..., S. 71-77]].

In der Zwischenkriegszeit war in Kielce zu Beginn des 20. Jahrhunderts außerdem eine Talmud-Tora.Schule tätig, die für Waisenkinder und Kinder aus armen Familien gegründet wurde.

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