Die Anfänge der jüdischen Besiedlung in Lodz fallen auf das 18. Jahrhundert zurück - die Zeit des Untergangs der Rzeczpospolita. Die Stadt verfügte nicht über das Privileg de non tolerandis Judaeis. Die ersten bekannten Einwohner der Stadt waren der Bäcker Daniel Layzerowicz und der Schneider Abram Lewkowicz. Beide lebten in Lodz bereits 1785. Im Jahre 1791 ließ sich auch Mosiek alias Mojżesz Pryntz aus Lutomiersk nieder. Die ersten der Heiligen Schrift kundigen Gelehrten, die in Lodz lebten, waren: Pinkus Zajdler aus Przedborze, der 1795 in die Stadt kam, Pinkus Sonenberg aus Łęczyca (1797) sowie Lewek Heber, der 1801 aus Lutomiersk in die Stadt zog. Alle spielten eine wichtige Rolle und stellten die Elite der jüdischen Gemeinde dar[1.1].


Der Zustrom der jüdischen Bevölkerung in die Stadt bis zur zweiten Teilung Polens im Jahre 1793 war aber nicht groß. Von 190 Einwohnern waren es nur 11 Juden. Zweifelsfrei hatte der Charakter der Stadt Einfluss darauf, denn damals war es noch das „landwirtschaftliche Lodz“, welches weitaus weniger attraktiv für Neuankömmlinge war. Von recht großer Bedeutung war auch die Tatsache, dass Lodz bis zur zweiten Teilung Polens eine Bischofsstadt war - erst 1796-1798 wurde es zu einer Regierungsstadt.


Nach der Säkularisierung erfolgte eine belebte wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. In den Jahren 1793-1808 verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Die Zahl der Juden hingegen verfünffachte sich - von 11 auf 58 Personen[1.2]. Im Jahre 1807 hatte die jüdische Gemeinde in Lodz zwar noch keinen Rabbiner, doch Lewek Heber war bereits Mohel in der Gemeinde, sein Vertreter hingegen war Pinkus Sonenberg[1.3]. Sie wurden aber ihres Amtes enthoben, nachdem eine Klage des Unterpräfekten des Kreises Zgierz gegen sie einging. Zum Nachfolger von Heber wurde Dawid Herszkowicz gewählt, der zeitgleich Kantor war. Die ersten bekannten Ältesten der Gemeinde waren Pinkus Zajdler und Mojżesz Fajtlowicz. Die ersten bekannten Wahlen hingegen fanden am 12. November 1810 statt. Es traten an: Pinkus Sonenberg, Mendel Moszkowicz, Lewek Heber und Mojżesz Fajtlowicz. In den Ältestenstand wurden Pinkus Sonenberg, der 12 Stimmen erhielt, und Mendel Moszkowicz mit 10 Stimmen gewählt. Sie nahmen auch an der Gründung des ersten jüdischen Friedhofs in Lodz teil. Bis zu den Wahlen 1810 wurden die Verstorbenen nämlich in Lutomiersk und Stryków bestattet. Im Jahre 1811 schlossen die Ältesten der Gemeinde einen Vertrag mit Adam Lipiński und seiner Frau ab, in dem der Erwerb eines Grundstücks für den jüdischen Friedhof vereinbart wurde[1.4]. Gleichzeitig wurde die Bruderschaft Chewra Kadischa gegründet. Ihre ersten Vorsitzenden waren Szmil Litman alias Lipman, Hersz Sonenberg und Mojżesz Fajtlowicz. Nach einem Jahr wurde die Bruderschaft in die Beerdigungs- und Krankenpflegegesellschaft Chewra Kadischa u‘Bikur Cholim umbenannt[1.5]. Der erste Lodzer Rabbiner war der im Gründungsprotokoll der Beerdigungsgesellschaft genannte Jehuda Arje, Sohn von Gaon aus Widawa. In späteren Dokumenten taucht dieser Rabbiner unter dem Namen Lewek Salomonowicz auf. Er wohnte am alten Marktplatz. Er legte sein Amt 1918 nieder. Nach ihm übernahm Pinkus Hiller aus Rozprza das Amt des Rabbiners[1.6].


Die Lodzer Gemeinde besaß ab 1809 eine eigene Synagoge. Dank der Errichtung und Gründung von sakralen Institutionen, wie der Synagoge, dem Friedhof, dem Gemeinderat sowie den Ämtern des Rabbiners und des Mohels, erlangte die Gemeinde Autonomie. Unter der jüdischen Bevölkerung dominierten Handwerker und Arbeiter (62%) sowie Händler (35%). 73% der Juden verfügte über keine eigene Wohnung, 27% hingegen war in Besitz von Immobilien. Die Lodzer Juden lebten 1821 auf dem Alten Markt sowie in folgenden Straßen: Wolbromska, Drewnowska und Piotrkowska (heute ul. Nowomiejska)[1.7]. Knapp die Hälfte der Lodzer Juden kam aus den umliegenden Dörfern (Chojny, Stoki und Bełdów) in die Stadt. Ungefähr 25% hingegen aus den Städten unweit von Lodz: Lutomiersk, Stryków, Łask, Piotrków Trybunalski. Zudem kamen auch viele aus Sochaczew, Kutno und Uniejów.


Die Herrscher Kongresspolens lösten am 20. Dezember 1821 die bisherigen Gemeindestrukturen auf. An ihrer Stelle wurden Synagogenaufsichten ins Leben gerufen. Im Jahre 1822 liquidierte die Regierungskommission für Glaubensfragen und Öffentliche Bildung alle Bruderschaften, die für Begräbnisse verantwortlich waren und sich für Kranke und Arme einsetzten. Aufgrund dieser Verordnung hörte die Gemeinde in Lodz auf zu existieren. Ebenfalls die Chewra Kadischa u’Bikur Cholim musste ihre Tätigkeiten einstellen. Trotz dieses Verbots, funktionierte die Lodzer Chewra Kadischa bis in die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts. Sie wurde von den bedeutendsten Mitgliedern der Gemeinde unterstützt, wie bspw. Izrael Poznański und Markus Silberstein[1.8].


Das Amt des Rabbiners hatten nacheinander: Mendel Wolf Jerozolimski alias Izraelski (1824), der 1828 Lodz verließ. Nach ihm war es Hillel Hakohen, der Sohn des Rabbiners in Lutomiersk. Im Jahre 1832 wurde Chaskiel Naumberg (Nomberg) zum Rabbiner ernannt, der diese Funktion über 24 Jahre ausübte. Im Jahre 1857 wurde er vom Unterrabbiner Lemel Marokko ersetzt, dieser wiederum von Mojżesz Lipszyc, der aus einer bekannten Warschauer Rabbinerfamilie stammte. Der Großvater von Lipszyc war nämlich der herausragende Rabbiner Salomon Lipszyc, der Verfasser des Werks Chemdat Szlomo („Die Herrlichkeit Salomons”). Mojżesz Lipszyc war hingegen Chasside aus Kock, was wahrscheinlich Einfluss auf seine Wahl zum Lodzer Rabbiner hatte. Die Anhänger des Zaddiks aus Kock stellten nämlich die Mehrheit in der jüdischen Gemeinschaft von Lodz[1.9]. Lipszyc war 15 Jahre lang Rabbiner (bis 1872). In dieser Zeit stieg die Zahl der jüdischen Bevölkerung von 3 auf 10 000. Somit stiegen auch die Anforderungen an den Rabbiner, der zur Unterstützung drei Unterrabbiner hatte: Lemel Marokko, Judel Naumberg und Mojżesz Seidl. Nach dem Tod von Lipszyc im Jahre 1872 waren Jakub Bejnik, Joachim Silberstein und Dawid Dembiński für die Aufsicht über die Synagoge verantwortlich. Eliasz Chaim Majzel, ein Litwak aus dem Gouvernement Wilna, wurde 1873 zu seinem Nachfolger erwählt. Er widersetzte sich entschieden Vorurteilen und Intoleranz. Majzel war 39 Jahre lang Rabbiner, bis zu seinem Tod 1912. Er genoss großes Ansehen in seiner Gemeinde. Die Zeit, in der er Rabbiner war, war eine der bedeutendsten in der Geschichte der Lodzer Juden. In den Jahren 1873-1912 stieg die Zahl der Juden fast vierzehnfach - von 12 auf über 67 000 Menschen. Dies war von der schnellen Entwicklung der Lodzer Industrie bedingt, in der die jüdische Bevölkerung, die aus Kongresspolen und später aus Russland herzog, eine dominante Rolle spielte[1.10].


In diesem Zusammenhang war die Arbeit des Rabbiners sowie seiner Unterrabbiner von großer Wichtigkeit. Zudem gab es noch die Synagogendiener: Abram Prussak, Joachim Silberstein, Jakub Dobraniecki, Szymon Heyman, Moszek Weis, Izrael Poznański und Szaja Rosenblatt[1.1.10]. Sie alle gehörten der Finanzelite der Stadt an. Nach dem Tod von Eliasz Chaim Majzel im Jahre 1912 wurde Lejzor Lejb Trajstman (Treistman) Rabbiner der Gemeinde. Eine nicht unwichtige Rolle spielte auch der Rabbiner Izrael S. Jelski, einer der Anführer der zionistischen Bewegung. Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs gab es in Lodz noch folgende Rabbiner: Natan Lipszyc, I. Frydel, M. Król, M. Goldman, I. Feiner, Sz. Frydershon, Sz. Justman, M. Domb, L. Totenberg und P. Weinsaft. An der reformierten Synagoge in der ul. Spacerowa funktionierte das Synagogenkomitee, welches sich 1887-1914 aus folgenden Personen zusammensetzte: Izrael Poznański, Markus Silberstein, Szaja Rosenblatt, Jakub Hertz, Jakub Brahms, Stanisław Jarociński, J. Bielszowski, L. Cukier, Natan Kopel, R. Lipszyc, A. S. Landau, I. Monitz, Karol Poznański und Dawid Rosenblatt[1.11]. In der Gemeinschaft wurde die Aufteilung zwischen den Anhängern des Chassidismus und der sog. Reformbewegung, die in der Gesellschaft des Deutschen Rituals vereint waren, sichtbar. Puś zufolge gab es in der Lodzer Gemeinde auch eine Gruppe, die den traditionellen Judaismus verfolgte[1.12].


Bis 1914 entwickelte sich die Wirtschaft der Stadt in einem rasenden Tempo. In der Zeit zwischen 1822 und 1914 stieg die Zahl derjenigen, die in Textilwerken angestellt waren, von 2 auf 94 000 Menschen. Die Zahl der Betriebe hingegen von zwei auf 570, der Geschäfte und Firmen - von 26 auf 4050[1.13]. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Lodz zum größten Industriezentrum auf polnischem Gebiet. Diese dynamische Entwicklung war die Konsequenz einiger politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen: der protektionistisch-prohibitiven Politik der Regierung Kongresspolens in den Jahren 1821-1830, der Zuwanderung von Kunsthandwerkern und Webern aus dem Ausland, der Zollpolitik Russlands und seines aufnahmefähigen Marktes, des Imports von Technik und Technologien aus Westeuropa[1.14]. All diese Faktoren verbunden mit dem Unternehmergeist der multikulturellen Bevölkerung der Stadt führten dazu, dass Lodz schon bald als „polnisches Manchester“ bezeichnet wurde. Die Fabriken von Izrael Poznański, Markus Silberstein, Szaja Rozenblatt, Salo Budzyner, Oskar Kon sowie Borys und Naum Etjingon gehörten zu den wichtigsten Betrieben in der Stadt. Heimarbeit, die Vermehrung des kaufmännischen Kapitals, günstige Kredite sowie der Umsatz von Wechseln bauten das Fundament des wirtschaftlichen Erfolgs der Stadt[1.15]. Eine besondere Rolle nahmen die Litwaken ein, die nach Kongresspolen (hauptsächlich nach Warschau und Lodz) mit der Kenntnis der russischen und östlichen Märkte kamen. Dies führte dazu, dass sie fast den ganzen Handel monopolisierten. Dank ihnen vergrößerte sich auch der Absatzmarkt um den Kaukasus, Persien und China. Ende des 19. Jahrhundert wurde solch ein Handel von Meir Bejlin, Mordechaj Helman und den Brüdern Ruper getrieben[1.16]. Die Litwaken hatten in Lodz eine eigene Synagoge und ein gesondertes kulturelles Leben. Zum multikulturellen Lodzer Konglomerat stießen auch die Galizianer hinzu (bereits im unabhängigen Polen), die eine bedeutende Rolle im kulturellen Leben der Stadt einnahmen[1.17].


Eine wichtige Rolle kam auch den Firmen zugute, die die Betriebe mit Rohmaterialien belieferten. Im Jahre 1913 waren von 20 solcher Firmen über die Hälfte in jüdischem Besitz: die Firma von Eljasz Feinenbaum in der ul. Wólczańska, die Firma von Finkelstein und Heiman in der ul. Przejazd, der Betrieb von Goldberg und Litauer in der ul. Zachodnia, das Unternehmen von A. Hamburger in der ul. Pańska, die Firma von M. Kalecki in der ul. Widzewska, der Betrieb von S. Kunitzki & Co in der ul. Cegielniana, das Unternehmen von Leopold Landau in der ul. Piotrkowska, die Firma von L. Mendelshon & Co in der ul. Zachodnia, das Unternehmen von A. Oppenheim in der ul. Widzewska sowie der Betrieb von Leon Rappaport & Co in der ul. Południowa[1.18]. Bedeutsam waren auch die Agenturen der Handelsfirmen. Sie gehörten ebenfalls mehrheitlich Juden. Darüber hinaus waren Juden die Besitzer der meisten Geschäfte und Lager von Textilwaren - ca. 60%. Über die Hälfte der Schreibwarenläden und technischen Geschäfte gehörten Juden. Unter den wichtigsten jüdischen Geschäften und Lagern im Jahre 1913 sind folgende erwähnenswert:


  • N. Cukierman - Großhandelslager für Zucker und Kolonialwaren (ul. Zawidzka),

  • Artur Arnstein - Metalllager (ul. Widzewska),

  • Daniel Berkowicz - Lager für Wolleerzeugnisse (ul. Nowomiejska),

  • Blum und Monitz - Geschäft mit chemischen Produkten (ul. Piotrkowska),

  • Bornstein und Grossbard - An- und Verkauf, Großhandel von Baumwolle aus Mittelasien und dem Kaukasus (ul. Południowa),

  • Samuel Czamański - Lager für Seidenprodukte (ul. Przejazd),

  • Dobranicki - Lager für Baumwollprodukte (ul. Cegielniana),

  • Artur Goldstadt - chemisches Lager (ul. Zachodnia),

  • Natan Kopla - Verkauf von Cheviotgarn (ul. Dzielna),

  • Emil Pfeiffer & Co - Agentur (ul. Andrzeja),

  • die Gebrüder Rappaport - Teppich- und Gardinenlager (ul. Piotrkowska),

  • Emanuel Sieradzki - Pelz- und Hutlager (ul. Piotrkowska),

  • Henoch Warszawski - Lager für Metallprodukte (ul. Spacerowa),

  • Weiss und Poznański - Baumwollelager (ul. Piotrkowska)[1.19].


    Mitsamt der wirtschaftlichen Entwicklung blühte auch das gesellschaftliche Leben auf. Im Umbruch des 19. und 20. Jahrhunderts gab es in Lodz vier Synagogen und hunderte Gebetshäuser. Vor allem in der Zwischenkriegszeit waren zahlreiche politische Gruppierungen aktiv: Aguda, Zionisten, Revisionisten, Poale Zion, Anhänger der Volkspartei und des Bundes sowie Kommunisten. Die meisten dieser Parteien verfügten über eine eigene Jugendorganisation, kulturelle Institutionen, Bibliotheken, Sportclubs, Wohltätigkeitsvereine und sogar Schulen[1.20]. In Lodz war auch eine orthodoxe Partei aktiv, die Parteilosen Religiösen Juden, die nur in Lodz vertreten und mit der chassidischen Organisation des Zaddiks Dancygier aus Aleksandrów verbunden waren. Juden besaßen ebenfalls ihre Vertreter im Lodzer Stadtrat. Ihr Anteil schwankte in der Zwischenkriegszeit zwischen 20 und 25%[1.21]. Im Jahre 1919 gewannen die Sozialisten die Wahlen in den Stadtrat, 1923 hingegen die christlich-nationale Gruppierung, um 1927 wieder den Sozialisten die Macht zu überlassen. Doch bereits 1934 erlangte die sog. Endecja (christlich-nationale Gruppierungen) das beste Wahlergebnis. In den Jahren 1936 und 1938 gewannen wiederum die Sozialisten, was im großen Maße dem Bund zu verdanken war[1.1.20].


    In Lodz entwickelten sich auch energisch agierende literarische, wissenschaftliche und künstlerische Milieus. Aus Lodz stammen viele bekannte Musiker, wie bspw. Artur Rubinstein und Aleksander Tasma. Hier waren die Vertreter der Bewegung „Jung Jidysz“ aktiv, die von Mojsze Broderson gegründet wurde. Auch Julian Tuwim und Icchak Kacenelson, der Verfasser des Liedes vom erschlagenen jüdischen Volk, stammten aus Lodz. Im Jahre 1905 wurde auf Initiative von Icchak Zandberg ein jüdisches Theater gegründet. Das Repertoire war sehr vielseitig: Neben jüdischen Operetten und Melodramen wurden hier auch Stücke wie Die Karmeliendame von Alexandre Dumas oder Der lebende Leichnam von Lew Tolstoi aufgeführt. Im Theater hatten auch die bedeutendsten Schauspieler der damaligen Zeit, wie bspw. Ester Rachel Kamińska, Borys Tomaszewski und Fanny Blumentall ihre Gastauftritte. Im Jahre 1912 wurde das zweite jüdische Theater „Scala“ in der ul. Cegielniana 18 (heute ul. Więckowskiego 15) eröffnet. Das Theater wurde von Juliusz Adler und Herman Sierocki geleitet.


    Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die jüdischen Maler und Bildhauer, die in Lodz um die Jahrhundertwende schufen. Hier malten Dawid Modenstein, Maurycy Trębacz (Schüler von Jan Matejko), Samuel Hirszenberg, der als größter jüdischer Maler auf polnischen Gebieten im Umbruch des 19. und 20. Jahrhunderts angesehen wird, Jakub Kacenbogen, der in seiner Schule später solche Berühmtheiten wie Artur Szyka, Henryk Barciński und Icchak Brauner lehrte. Im 19. Jahrhundert entstanden in Lodz die ersten Kinos, deren Inhaber ebenfalls jüdische Unternehmer waren. 1907 eröffnete Mani Hendlisz das Kino „Theatre Optique Parisien“ in der ul. Piotrkowska 15. Ein Jahr später eröffneten wiederum Albert Hoffman und Dawid Bernstein das Kino „Arkadia“ in der ul. Piotrkowska 22. Im gleichen Jahr wurden weitere Kinos eröffnet: der Gesellschaft „Odeon“ in der ul. Przejazd 2, „The Bio-Express“, gegründet vom Onkel Tuwims in der ul. Zielona 2, sowie „Oaza“ in der ul. Główna (heute ul. Piłsudskiego), welches von Hersz Schönwitz geleitet wurde[1.22].


    Lodz verfügte über ein hochentwickeltes jüdisches Pressewesen. Dieses bestand maßgeblich aus den in Jiddisch herausgegebenen „Lodzer Togbłat“ und „Najer Fołksblat“ sowie der polnischen „Kronika Gminy Wyznaniowej Żydowskiej“. Maurycy Ignacy Poznański und Marian Nussbaum-Ołtaszewski gaben die liberale „Republika“ heraus, Jan Urbach hingegen war Herausgeber der linken Zeitung „Głos Poranny“.


    Im Jahre 1939 lebten in der Stadt 233 000 Juden, was 34,7 % der Stadtbevölkerung ausmachte. Unter ihnen stellten Kleinhändler, Ladenbesitzer, Handwerker und Arbeiter im Transportwesen die Mehrheit. Darüber hinaus war die Hälfte der großen und mittleren Industriebetriebe in jüdischen Händen[1.23].


    Die deutschen Truppen besetzten Lodz am 8. September 1939. Ab diesem Tag begannen die Repressionen gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Die Stadt befand sich unter der Herrschaft des Gauleiter Artur Greiser. Innerhalb kürzester Zeit verordnete er eine Reihe drastischer Bestimmungen[1.24]. Der Bargeldverkehr wurde beschränkt, der Handel mit Leder- und Textilprodukten verboten. Der Anschluss der Stadt an das Reich verschärfte nur den Terror gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Am 31. Oktober 1939 trat die Verfügung des Polizeipräsidenten in Kraft, die ab dem 1. November 1939 die Kennzeichnung aller Unternehmen und Geschäfte mit sichtbaren, auf die Nationalität der Inhaber hindeutenden Schildern verordnete[1.25]. Gemäß der Verfügung des Inspektors des Warthegaus Friedrichs Uebelhoers, mussten Juden ab dem 14. November 1939 eine gelbe Armbinde tragen. Die Verfügung wurde einen Monat später erneuert, weswegen Juden ab dem 11. Dezember 1939 zudem auch auf der Brust und auf dem Rücken einen gelben Davidsstern tragen mussten. Menschen jüdischer Herkunft war es nicht gestattet, in den Stadtparks oder auf der ul. Piotrkowska zu spazieren oder den Nahverkehr zu benutzen. Alle Juden, die in arischen Unternehmen angestellt waren, musste ihren Arbeitsplatz räumen. Ferner begann die Plünderung von jüdischem Vermögen, sowohl in Privathäusern als auch Werkstätten und Geschäften. Die „wilde“ Plünderung nahm in Lodz so große Dimensionen an, dass der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Kalisch sowie der Kommandant der städtischen Polizei am 17. Januar 1940 eine Verfügung erließen, in der sie Personen und Institutionen vor willkürlichen Requisitionen warnten[1.26]. Das Militär hingegen begann offiziell das jüdische Vermögen zu beschlagnahmen. Bis Ende 1939 wurde insgesamt ein Vermögen in Höhe von 1,8 Mio. Mark requiriert. Eine weitere Verordnung wurde am 29. November 1939 von der kommissarischen Verwaltung erlassen und betraf Unternehmen, Betriebe und Immobilien sowohl derer, die das Land verlassen haben sowie jener, die blieben. Auf Grundlage dieser Verordnungen wurde ein beachtlicher Teil der jüdischen Unternehmen übernommen. Darunter befanden sich Unternehmen wohlhabender Juden, die die Stadt am Anfang des Krieges verlassen haben.


    Die jüdische Bevölkerung erlitt ferner große Verluste bei ihrer Umsiedlung in das Ghetto. Der Besatzer beschlagnahmte damals tausende möblierter Wohnungen, Immobilien und Kunstwerke[1.27]. Nach der Verordnung vom 18. September 1939 wurden alle jüdischen Bankkonten, Depositen und Sparkonten gesperrt. Juden konnten infolgedessen nicht mehr als 500 von ihren Konten und nicht mehr als 250 Zloty von ihren Sparkonten wöchentlich abheben. Zuhause durften nicht mehr als 2000 Zloty gelagert werden. Zudem wurde das Verbot verhängt, jeglichen Transport auf öffentlichen Straßen anzubieten, was ca. 1000 Juden ihre Einkommensquelle kostete. Diese Situation führte dazu, dass die Juden meistens ihre Zeit Zuhause verbrachten, da sie keine Möglichkeit hatten, zu arbeiten und somit auch ohne Mittel zum Leben blieben. Seit dem ersten Tag der Besatzung waren Razzien auf den Straßen ein Massenphänomen. Die Verhafteten wurden zu schwerer Zwangsarbeit gezwungen. Die Razzien hatten auch die Erniedrigung der jüdischen Bevölkerung zum Ziel. Dies führte dazu, dass das Leben im jüdischen Viertel fast „ausstarb“. Die Menschen hatten Angst auf die Straße zu gehen, da sie befürchteten, zusammengeschlagen zu werden. Die jüdische Gemeinde bot aufgrund der wachsenden Angst der Einwohner den Deutschen an, bei der Rekrutierung der Arbeiter zusammenzuarbeiten. Daraufhin wurde am 7. Oktober 1939 eine spezielle Abteilung „Arbeitseinsatz“ in der ul. Pomorska 18, später in der ul. Południowa 10 ins Leben gerufen.


    Zeitgleich wurde das Konzentrationslager in der Fabrik Glaser im Stadtteil Radogoszcz errichtet. Dort wurden politische und soziale Aktivisten sowie Intellektuelle erst gefoltert, später ermordet. Am 2 November 1939 erschossen die Deutschen im Łagiewniki-Wald 15 Juden, die einen Tag zuvor im Café „Astoria“ festgenommen wurden. Zehn Tage später wurden bei einer öffentlichen Hinrichtung zwei Polen und der Jude Radner gehängt. Am gleichen Tag wurden vier große Synagogen in die Luft gesprengt: in der ul. Wolborska, Zachodnia, Kościuszki und Wólczańska. Am 11. November 1939 wurde der gesamte Ältestenrat festgenommen. Nur sechs von ihnen wurden wieder entlassen. Die übrigen wurden ebenfalls im Łagiewniki-Wald erschossen[1.28].


    Die Zahl der jüdischen Bevölkerung begann zu schrumpfen. Neben denen, denen es gelang, vor dem Terror in den ersten Tagen zu flüchten, gelangten immer mehr Menschen in das Generalgouvernement. Am 12. Dezember 1939 begann die systematische Aussiedlung der Juden aus dem Generalgouvernement. In den ersten Monaten der Besatzung in Lodz flüchteten freiwillig oder unter Zwang über 71 000 Juden in die UdSSR und das Generalgouvernement[1.29].


    Die erste Erwähnung des Ghettos in Lodz taucht in dem Rundschreiben des Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Kalisch vom 10. Dezember 1939 auf. In ihm äußert Friedrich Uebelhoer die Meinung, dass eine komplette Evakuation der jüdischen Bevölkerung unmöglich sei. Infolgedessen müsse laut Verfasser ein Ghetto im Norden der Stadt entstehen[1.30]. Das Ghetto wurde in den verwahrlosesten Stadtteilen der Stadt errichtet - in Bałuty und Stare Miasto. Es umfasste eine Fläche von 4,13 km². Im Augenblick der Errichtung umfasste es folgende Straßen: Goplańska, Żurawia, Wspólna, Stefana, Okopowa, Czarnieckiego, Sukiennicza, Marysińska, Inflancka, weiter entlang der Mauer des jüdischen Friedhofs und der ul. Bracka, Przemysłowa, Środkowa, Głowackiego, Brzezińska, Oblęgorska, Chłodna, Smugowa, Nad Łódką, Stodolniana, Podrzeczna, Drewnowska, Majowa, Wrzesińska, Piwna, Urzędnicza bis zur ul. Zgierska und Goplańska.


    Im Mai 1941 wurde im Ghetto ein Dreieck auf dem Gebiet der ul. Drewnowska, Majowa und Jeneralska abgegrenzt. Auf diese Weise verringerte sich die Fläche auf 3,82 km². Zusätzlich war das Ghetto durch drei Hauptstraßen getrennt: Nowomiejska, Zgierska und Bolesława Limanowskiego. Anfangs wurde der Verkehr durch spezielle Tore geführt, die um eine bestimmte Tageszeit geöffnet wurden. Im Sommer 1940 wurden an ihrer Stelle hölzerne Übergänge über den Straßen errichtet. Die endgültige Schließung des Ghettos fand am 30. April 1940 statt. Die an das Ghetto anliegenden Häuser wurden abgerissen. Das Gebiet der Ghettos war nicht an die Kanalisation angeschlossen, was den Kontakt der Bevölkerung im Ghetto mit den Menschen im „arischen“ Teil der Stadt erschwerte. Ein weiteres Hindernis bei der Kontaktaufnahme mit der Außenwelt war die Tatsache, dass Lodz damals von über 70 000 Personen aus der deutschen Minderheit bewohnt war, die loyal gegenüber den neuen Herrschern waren. Den amtlichen Angaben zufolge lebten im Lodzer Ghetto 160 320 Juden, darunter 6471 aus dem Warthegau, die infolge der Kriegsmigration nach Lodz kamen[1.31]. Anderthalb Jahre später wurden auf Befehl Heinrich Himmlers 19 722 Juden aus Österreich, Tschechien, Luxemburg und Deutschland in das Lodzer Ghetto deportiert. Nach der Wannseekonferenz bei Berlin wurde der Beschluss über die „Endlösung“ gefasst. Die Konsequenz dessen waren Deportationen der Juden aus dem Warthegau in das Lodzer Ghetto: aus Brzeziny, Głowno, Ozorków, Stryków, Łask, Pabianice, Sieradz, Zduńska Wola und Wieluń. Insgesamt zogen rund 200 000 Juden aus dem Warthegau und Westeuropa durch das Lodzer Ghetto. Im Ghetto wurden ebenfalls zwei isolierte Lager errichtet. Das erste war für Sinti und Roma bestimmt, das zweite für polnische Kinder und Jugendliche. Das „Zigeunerlager“ bestand bis zum 16. Januar 1942, als all seine Bewohner in das Vernichtungslager Kulmhof deportiert wurden.


    Das Ghetto unterlag der Stadtverwaltung. Zu Anfang leitete es Johann Moldenhauer. Nach ihm war es Hans Biebow, der persönlich bei der Selektion der Bevölkerung während der Liquidation der umliegende Ghettos dabei war. Er war es, der bei der Zentralverwaltung die Selbstgenügsamkeit des Lodzer Ghettos durchsetzte. Ihm war unmittelbar die jüdische Verwaltung unterstellt. Der Vorsitzende des jüdischen Weisenrates im Lodzer Ghetto war Chaim Mordechaj Rumkowski. Mit der Zeit wurde er zum führenden Mittler zwischen der jüdischen Verwaltung und den Deutschen. Die Besatzer zwangen ihn erst, bei der Umwandlung des Ghettos in ein Arbeitslager zusammenzuarbeiten. Ferner musste er auch bei der Plünderung des jüdischen Vermögens kooperieren. Der Trumpf in den Händen der Deutschen war bei der ständigen Erpressung von Rumkowski die Drohung, die Lebensmittellieferungen für das Ghetto zu verringern. Rumkowski hatte eine gewaltige Macht in der inneren Verwaltung des Ghettos inne. Er war es, der neue Ämter, Abteilungen und Resorts gründete. Die Verwaltungsstruktur des Ghettos setzte sich aus einem Netz an Abteilungen, Zentralen, Büros und Kommissionen zusammen, die liquidiert, wenn sie nicht mehr gebraucht wurden. An ihre Stelle wurden weitere Einrichtungen ins Leben gerufen, die über vorher bestimmte Kompetenzen verfügten. In den Jahren 1940-1944 zählte die Verwaltung des Ghettos zwischen 27 und 32 Administrationsstellen. Insgesamt waren dort zwischen 13 und 14 000 Arbeiter angestellt[[bios:157|Chaim Rumkowski]]leitete das Ghetto durch das Zentrale Sekretariat[1.32]. Wie die meisten Behörden im Ghetto war auch die Zentrale am Marktplatz in Bałuty beherbergt. Zugang zum Platz hatten nur angestellte Personen oder jene, die über einen Passierschein verfügten. Die Zentrale wurde von Dora Fuchs geleitet, die ihr Amt ununterbrochen bis August 1944 inne hatte. Die Zentrale sammelte Berichte aus den einzelnen Abteilungen des Ghettos und war zudem Mittler bei der Übergabe des geplünderten Vermögens an die Verwaltung des Ghettos. Der Zentrale unterlagen folgende Abteilungen:

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    Zentrale der Buchhaltung


    Auf dem Marktplatz in Bałuty war auch das Zentrale Büro der Arbeitsressorts. Im Ghetto wurden Uniformen, Mäntel, Pelze, Fütterungen, Mützen, Schuhe, Halbstiefel aus Stroh, Tornister und Rucksäcke hergestellt. Abnehmer dieser Güter waren das Wehrmacht-Beschaffungsamt in Berlin, das Heeresbekleidungsamt in Berlin und seine Filiale in Posen, das Marinebekleidungsamt in Kiel und Wilhelmshaven, das Polizeibekleidungsamt in Posen sowie die Organisation Todt - Filiale in Posen. Zudem waren auch bekannte Handelshäuser und private Firmen Abnehmer der Produkte aus dem Ghetto: AEG und Neckermann in Berlin, Asman&Co in Berlin, Henckel&Co in Hamburg, Adolf Heine in Lodz sowie Karol T. Buhle i SA in Lodz. Sie wurden weitestgehend mit Kleidung, Schuhen, Unterwäsche, Möbeln, Lampen sowie Leder-, Textil- und Trikotwaren beliefert[1.33].


    Im Ghetto gab es auch eine Abteilung für Gesundheit am Krankenhaus der Krankenkasse in der ul. Łagiewnicka 34/36. Sie wurde aber nach den Deportationen aus dem Ghetto in den Tagen vom 3. bis 12. September 1942 geschlossen. Die Aktion, die als „szper“ bezeichnet wurde, war gegen Kinder unter 10 Jahren und ältere Personen über 65 Jahre gerichtet. Während der Aktion durften die Häuser nicht verlassen werden. 15 681 wurden damals in den sicheren Tod deportiert. Alle Kranken aus dem Krankenhaus wurden in Kulmhof ermordet. Darüber hinaus gab es im Ghetto sechs Krankenhäuser, sieben Apotheken, vier Praxen, zwei Notdienste, zwei Präventorien für Kinder und zwei Altenheime.


    Auch ein Schulwesen entwickelte sich in den Mauern des Ghettos. Es gab Grundschulen, Konfessionsschulen, Sonderschulen, Gymnasien und sogar eine Musikschule. In allen Schulen wurden Kantinen eingerichtet. Im Stadtteil Marysin wurden Freizeiten für die Kinder organisiert. Im Oktober 1941 wurden fast 20 000 Juden aus Westeuropa in das Lodzer Ghetto gebracht. Sie zogen in die Schulgebäude ein. Auf diese Weise wurde die Entwicklung des Schulwesens im Ghetto beendet.


    Im Lodzer Ghetto wurden daraufhin Lebensmittelmarken eingeführt. Dank ihnen konnten Lebensmittel nach Rationen an die Bevölkerung im Ghetto verteilt werden. Auf diese Weise war der Hungertod im Lodzer Ghetto um zweifach geringer, als im reicheren Warschauer Ghetto, welches zudem für den Schmuggel geöffnet war[1.34].


    Darüber hinaus gab es im Ghetto die Wohnungs- und Meldeabteilung, das Rabbiner-Kollegium unter der Leitung des Rabbiners Szlomo Trajstman und eine Emissionsbank (das Ghetto verfügte über eine eigene Ersatzwährung - die Markquittungen, die nach dem Vorsitzenden des Ghettos „rumka“ genannt wurden. Ferner gab es eine Bank, die wertvolle Gegenstände ankaufte, eine Post, eine Abteilung der Straßenbahnen, ein Gericht und eine Staatsanwaltschaft, ein Gefängnis sowie den Sitz des Ordnungsamtes.


    Das Lodzer Ghetto blieb als einziges bis August 1944 erhalten. Zum Zeitpunkt der Liquidation lebten dort rund 72 000 Häftlinge. Innerhalb der vier Jahre und acht Monate starben dort 45 327 Personen, was über 24% der Gesamtbevölkerung des Ghettos darstellte.


    Die Liquidation des Ghettos wurde im Mai 1944 von Heinrich Himmler verordnet. Vom 23. Juni 1944 bis 14. Juli 1944 wurden 10 Transporte mit Juden (7196 Personen) in das Vernichtungslager Kulmhof gebracht. Am 29. August 1944 fuhr der letzte Transport aus dem Ghetto in Richtung Auschwitz los. Das Ghetto hörte auf, zu existieren. Es verblieben nur 840 Personen aus dem Sonderkommando, die aufräumen sollten. Ungefähr 20 bis 30 Personen konnten sich während der Deportationen verstecken. Hans Biebow wählte auch eine Gruppe von 600 Personen aus, die in die Arbeitslager in Königswurstenhausen unweit von Berlin und in die Fabriken in Dresden deportiert wurden. Chaim Rumkowski wurde mitsamt seiner Familie mit dem vorletzten Transport nach Auschwitz gebracht, wo er den Tod fand.


    Nach dem Krieg veränderte sich das Gebiet des Ghettos. Es wurden viele alte Straßen liquidiert: Chłodna, Garbarska, Jerozolimska, Koziołkiewicza, Lwa Kielma, Miodowa und Pucka. Ein Teil der ehemaligen Straßen des Ghettos ging in die neue ul. Zachodnia ein: Masarska, Stodolniana und Wesoła. Am besten blieb der westliche Teil des Ghettos erhalten: der Platz Kościelny sowie der Marktplatz von Bałuty. Darüber hinaus blieben folgende Straßen erhalten: Bazarowa, Brzezińska (heute Wojska Polskiego), Ceglana, Ciesielska, Drewnowska, Franciszkańska, Gnieźnieńska, Joselewicza, Limanowskiego, Lutomierska, Łagiewnicka, Marynarska, Marysińska, Młynarska, Pawia, Pieprzowa, Iwna, Podrzeczna, Rybna, Wróbla, Zgierska und Żytnia.


    Heute gibt es immer noch eine jüdische orthodoxe Glaubensgemeinde in Lodz. An ihrer Spitze steht Symcha Keller.

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  • Bibliographie:

  • Alperin A., Żydzi w Łodzi. Początki Gminy Żydowskiej 1780–1822, „Rocznik Łódzki” 1933, Bd. III.

  • Polacy–Niemcy–Żydzi w Łodzi w XIX–XX w. Sąsiedzi dalecy i bliscy, Red. P. Samuś, Łódź 1997.

  • Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001.

  • Spodenkiewicz P., Zaginiona dzielnica. Łódz żydowska – ludzie i miejsca, Łódź 1999.

  • Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999.


     

 

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Fußnoten
  • [1.1] Alperin A., Żydzi w Łodzi. Początki Gminy Żydowskiej 1780–1822, „Rocznik Łódzki” 1933, Bd. III, S. 152.
  • [1.2] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 11.
  • [1.3] Alperin A., Żydzi w Łodzi. Początki Gminy Żydowskiej 1780–1822, „Rocznik Łódzki” 1933, Bd. III, S. 160.
  • [1.4] Alperin A., Żydzi w Łodzi. Początki Gminy Żydowskiej 1780–1822, „Rocznik Łódzki” 1933, Bd. III, S. 162. Die Rede ist vom alten jüdischen Friedhof in der ul. Weselna, auf dem die Verstorbenen bis 1892 bestattet wurden
  • [1.5] Alperin A., Żydzi w Łodzi. Początki Gminy Żydowskiej 1780–1822, „Rocznik Łódzki” 1933, Bd. III, S. 163.
  • [1.6] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 164.
  • [1.7] Alperin A., Żydzi w Łodzi. Początki Gminy Żydowskiej 1780–1822, „Rocznik Łódzki” 1933, Bd. III, S.177.
  • [1.8] Friedman F., Łódzka Chewra Kadisza i jej dzieje, [in:] Stary cmentarz żydowski. Dzieje i zabytki, Łódź 1938, S. 50–61.
  • [1.9] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 167.
  • [1.10] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 172.
  • [1.1.10] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 172.
  • [1.11] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 177.
  • [1.12] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 169.
  • [1.13] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 50.
  • [1.14] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 51.
  • [1.15] Spodenkiewicz P., Zaginiona dzielnica. Łódz żydowska – ludzie i miejsca, Łódź 1999, S. 10.
  • [1.16] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 57.
  • [1.17] Spodenkiewicz P., Zaginiona dzielnica. Łódz żydowska – ludzie i miejsca, Łódź 1999, s. 11.
  • [1.18] Czas. Kalendarz na rok 1914, Łódź 1914, S. 27.
  • [1.19] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 59.
  • [1.20] Spodenkiewicz P., Zaginiona dzielnica. Łódz żydowska – ludzie i miejsca, Łódź 1999, S. 12.
  • [1.21] Walicki J., Żydzi niemieccy w samorządzie Łodzi lat 1917–1939, [in:] Polacy–Niemcy–Żydzi w Łodzi w XIX–XX w. Sąsiedzi dalecy i bliscy, Red. P. Samuś, Łódź 1997, S. 359–361.
  • [1.1.20] Spodenkiewicz P., Zaginiona dzielnica. Łódz żydowska – ludzie i miejsca, Łódź 1999, S. 12.
  • [1.22] Puś W., Żydzi w Łodzi w latach zaborów 1793–1914, Łódź 2001, S. 142.
  • [1.23] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 9.
  • [1.24] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 15.
  • [1.25] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 17.
  • [1.26] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 19.
  • [1.27] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 23.
  • [1.28] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 27–29.
  • [1.29] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 29.
  • [1.30] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 30.
  • [1.31] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 33.
  • [1.32] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 43.
  • [1.33] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 47.
  • [1.34] Żydowskie getto w Łodzi 1940–1944, Vademecum, Red. J. Pyczewska-Pilarek, Łódź 1999, S. 51.