Die Besiedlung auf dem Gebiete des heutigen Rzeszów reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Im Mittelalter befand sich in der Nähe der heutigen Altstadt eine Burg. Vom 11-13 Jh. entwickelte sich zwischen den Flüssen Wisłok und Przywra  eine weitreichende Ansiedlung von Händlern und Handwerkern. Im 13 Jh. besetzten Ruthenen diese Siedlungen, indem sie die lokale Bevölkerung nach Westen, in Richtung Kraków [Krakau], vertrieben. Rzeszów fand sich samt dem gesamten Fürstentum Galizien-Wolhynien im Jahre 1340 in den Grenzen Polens wieder.

Die älteste erhalten gebliebene Quelle, die von der Existenz der Stadt zeugt stammt aus dem Jahre 1354. Am 19. Januar teilte König Kazimierz Wielki (Kasimir der Große) dem verdienten Ritter Jan Pakosławic, der tapfer gegen die Tataren gekämpft hatte und der dem Geschlecht “Półkozic” aus Strożyska entstammte, Rzeszów zu. Kraft des königlichen Privilegs, gründete der neue Besitzer der Landgüter, der dann den Namen Rzeszowski annahm, auf einem Hügel auf dem Gebiet des heutigen Alten Marktplatzes, neben  den damals bestehenden zwei oder drei Burgen nach Magdeburger Recht eine Stadt. Nachdem die Stadtgrenze abgesteckt worden war, errichtete man auf einem kleinen Gebiet von ca.1,5km², eine Kirche, einen Marktplatz, und einen Friedhof. Dank der Unterstützung von Jan Rzeszowski gab es bereits im Jahre 1363 eine Pfarrkirche in der Stadt und im Jahre 1406 wurde eine Pfarrschule eingerichtet. Der Regierungssitz der neuen Besitzer befand sich in einer Burg in der Altstadt. Rzeszów verblieb bis zum Ende des 18 Jh.s in Privatbesitz. Nach der Familie Rzeszwoski folgten folgende Familien als Besitzer der Stadt: Mikołaj Spytka Ligęza, Władysław Ostrogski-Zasławski und Lubomirscy [[Quelle:|Za:Kehilat Raysha sefer zikaron (Gemeindebuch von Rzeszów, übersetzt von J. Landau), herausgegeben von M. Yari-World, Tel Aviv 1967, in: http://www.jewishgen.org/yizkor/rzeszow.html, S.17; [Stand: 09.02.2009], siehe auch http://www.pl.wikipedia.org/wiki/Rzeszów [Stand: 02.02.2009]. ]].

Im Jahre 1427 wurde die Stadt durch einen Brand zerstört, man baute sie jedoch schnell wieder auf. Nach dem Wiederaufbau erhielt Rzeszów ein erneuertes Siedlungsprivileg nach polnischem Recht und das Recht auf Lagerung bestimmter Waren. Das Bürgertum von Rzeszów erhielt damals auch das Privileg zum Verkauf von Bier, Wein und Salz, die Erlaubnis Geschäfte zu betreiben und das Privileg zur Einziehung von Zoll und Maut.

Dank dieser Privilegien, aber auch dank der Lage der Stadt, die auf einer Handelsroute, die  von Kraków [Krakau] in die Kiewer Rus und von Lublin in die heutige Slowakei und nach Ungarn führte, konnte die Stadt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ihren Status als wichtiges Handelszentrum behaupten. Der Reichtum der hiesigen Kaufmannsschicht wuchs sehr schnell und auch das Handwerk florierte. U.a. waren in Rzeszów Weber, Schneider, Schmiede, Schuster, Kürschner, Brauer, sowie berühmte Goldschmiede und Juweliere beheimatet und es entstanden Zünfte.

Im Jahre 1458 wurde Rzeszów von den Italienern und Tataren zerstört, um im Jahre 1502 nochmals von den Tataren heimgesucht zu werden. Trotz immer wieder auftretender Brände und mehrerer Angriffe auf die Stadt wuchs Rzeszów ständig weiter. Vielleicht schon seit dem Ende des 15 Jh.s, mit absoluter Sicherheit aber seit Mitte des 16. Jh.s, siedelten sich Juden östlich des Stadtzentrums an. Sie pachteten Mühlen und lebten ansonsten vom Handwerk, aber auch vom Handel mit Wein, Kleidung und Leinen. Im 16. Jh. Gab es in Rzeszów ein Gericht und einen Stadtrat, dessen Mitglieder abwechselnd die Funktion des Bürgermeisters erfüllten.

Im Jahre 1571 bestätigte der damalige Besitzer der Landgüter – Mikołaj Rzeszowski- die bisherigen Privilegien der Stadt und verlieh ihr neue Rechte. Außerdem begann er mit dem Wiederaufbau der Burg, die im Jahre 1576 aufgrund eines Brandes, der fast die ganze Stadt zerstörte, eingestellt worden war. Im Jahre 1578 erhielt Rzeszów von König Stefan Batory das Marktrecht zugesichert, das alle bisherige Jahrmärkte billigte und einen Wochenmarkt festlegte.

Gegen Ende des 16. Jh.s bis ungefähr Mitte des 17 Jh.s,vor allem als Mikołaj Spytek Ligęza, der die Tochter von Mikołaj Rzeszowski - Zofia Rzeszowska heiratete, Besitzer der Stadt war, erlebte die Stadt ihr goldenes Zeitalter. Ligęza stiftete viele neue Gebäude, u.a. das Rathaus (1591). Im Jahre 1600 begann er den Bau einer neuen Burg, im Jahre 1605 stiftete er ein Kranken- und ein Waisenhaus, und im Jahre 1627 ließ er die Stadt mit mächtigen Mauern umgeben. In den Jahren 1624-1629 wurde hier mit seinen Geldern ein Bernhardinerkloster errichtet. Dank seiner Bemühungen erhielt die Stadt weitere Privilegien und Steuervorteile, dank derer Rzeszów sehr reich wurde, um dann in der ersten  Hälfte des 17. Jh.s eines der wichtigsten Verwaltungs- und Wirtschaftszentren im damaligen Polen zu werden. Außerdem besaß die Stadt einen für damalige Zeiten relativ hohen Grad an Selbstbestimmungsrechten [[Quelle:|Kehilat Raysha sefer…, S. 17ff. ]].

Nach der ersten Polnischen Teilung befand sich die Stadt im österreichischen Teilungsgebiet und wurde zum Regierungssitz eines Verwaltungskreises (Reviers). Zusammen mit ganz Kleinpolen (Galizien) befand sich Rzeszów damals mit seinen ungefähr 3300 Einwohnern auf dem Grenzgebiet der österreichisch-ungarischen Monarchie, was den Niedergang der Stadt einleiten sollte. Eine Wiederbelebung des wirtschaftlichen Lebens fand nach dem Jahre 1844 statt, als Rzeszów die Hoheitsrechte über die Stadt von seinem bisherigen Besitzer Jerzy Lubomirski zurückkaufte und ein Jahr später den Status einer freien Stadt erhielt. Der Bau der Eisenbahnlinie nach Dębica im Jahre 1858, die 1863 nach Lwów verlängert wurde, führte zu einem weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Bald siedelten sich in Rzeszów einige Industriebetriebe u.a. eine Werkzeugbaufabrik, an die Goldschmiedekunst und das Juwelierhandwerk blühten auf. Die Stadt blieb trotz des Verlustes ihrer einstigen Blüte bedeutendes Handelszentrum für industrielle Werkzeuge und Maschinen.

Im Jahre 1888 schloss man Rzeszów an das Telefonnetz an, und 1890 wurden mit Gas betriebene Lampen installiert. Im Jahre 1911 ging ein Kraftwerk in Betrieb und man begann ein System von Wasserleitungen zu installieren. Kurz darauf wurden die Straßen im Zentrum gepflastert. Zu jener Zeit hatte Rzeszów ungefähr 23.000 Einwohner, von denen ca. 50% Juden waren.

Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit wohnte im Jahre 1918 24.200 Einwohner in Rzeszów, von denen ungefähr 13.600 Polen (56,2%), 10.200 Juden (42,1%) und ungefähr 400 Personen anderer Nationalität (1,7%) waren. Vor dem Zweiten Weltkrieg fand ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung statt, u.a. dank der Entstehung des sog. Centralny Okręg Przemysłowy [Zentraler Wirtschaftsring] in den Jahren 1937-1939 auf diesem Gebiet. Dieser Industriepark entstand im Rahmen eines Regierungsprogramms, das ein Anwachsen der Schwerindustrie zum Ziel hatte. In Rzeszów errichtete man damals die Staatlichen Luftfahrt- Werke und auch eine Zweigstelle der Posener Cegielski-Fabrik, die Flugabwehrgeschütze produzierte.

Am 9.09.1939 wurde Rzeszów nach schweren Kämpfen von den Deutschen besetzt. Kurz darauf wurde Rzeszów in „Reichshof“ umbenannt und in der Stadt wurden deutsche Zivil-,Militär-, und Polizeibehörden eingerichtet. Im November 1939 erschossen die Deutschen im Garten des Bernhardinerklosters einen Teil der Rzeszówer Intelligenzija, eine weitere Gruppe deportierte man in verschiedene Konzentrationslager. Im Herbst besiedelte man die Stadt mit ca. 6000 Juden, aus den dem Reich angeschlossenen Gebieten deportiert wurden und ungefähr 1600 Juden aus den umliegenden Städten . Im Januar 1942 wurde die gesamte jüdische Bevölkerung in ein Ghetto umgesiedelt. Von Juli bis  September 1942 brachten die Deutschen ungefähr 20.000 Personen aus dem Ghetto in Rzeszów in das Vernichtungslager in Bełżec. Mehrere Tausend Personen wurden im Wald in der Nähe von Rudna erschossen. Ende August 1942 wurden die meisten arbeitsfähigen Menschen in die Konzentrationslager Szebniach und Płaszów deportiert, einige dagegen brachte man ins KL Ausschwitz. Ein kleiner Teil verblieb in Rzeszów, wo er in einem Konzentrationslager, das in den Jahren 1942-1944 bestand und sich auf dem Gebiete den alten Staatlichen Luftfahrt-Fabrik  befand, arbeitete. Im September 1943 wurden nach der Auflösung des Ghettos diejenigen Gebäude, die sich in seiner nächsten Umgebung befanden, abgerissen. Jedoch konnten zwei Synagogen aus dem 17. Jh. den Krieg überdauern. Rzeszów wurde am 2.7.1944 von der Roten Armee befreit. In der Nachkriegszeit wurde die Stadt, u.a. im Zusammenhang mit der Gründung der Rzeszówer Woiwodschaft, sehr schnell zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum dieses Teils von Kleinpolen.

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