Die Sammlungen des Museums der Geschichte der polnischen Juden POLIN sind reicher geworden, um ein außergewöhnliches Erinnerungsstück, welches den Holocaust überstanden hat. Es erzählt von der weiten Geschichte zwischen Jerusalem und Zgierz sowie Deutschland und Israel.

 Jahre 1927 begleitete Józef Hersz Szpiro (1880-1941), ein Industrieller aus Zgierz, den Zaddik aus Góra Kalwaria auf seiner Reise nach Palästina. Dort bestellte er die Stäbe, die er später zusammen mit der Torarolle der Synagoge in Zgierz, zum Gedenken an seinen Vater, der 1901 gestorben ist und an seine Mutter, die im Jahre 1922 starb, schenkte.

Die Synagoge in Zgierz wurde im September 1939 niedergebrannt. Von all der Ausstattung blieb nur eine der aus dem Ez Chajim (hebr. Lebensbaum) kunstvoll angefertigten Scheiben der hölzernen Stäbe, auf die die Tora gewickelt ist, erhalten. Sie ist verziert mit Motiven aus Jerusalem, Rosetten aus Perlmutt und einer Widmung in hebräischer Sprache zum Gedenken an die Mutter. Józef Hersz Szpiro starb im Lodzer Ghetto. Die Scheibe blieb erhalten, da sie von einem deutschen Soldaten als eine Art Andenken mitgenommen wurde. Die nächsten 53 Jahre befand sie sich im Besitz von Otto Michel aus Tübingen. 1993 wurde sie nach seinem Tod von seiner Ehefrau an ein lokales Museum übergeben. Im Jahre 2011 wurde sie den Nachfahren von Józef Hersz Szpiro, den Enkeln Gili Haberberg, Avner Falk und Ibby Mekhmandarov sowie den Urenkeln Dorit Itzchaki und Ofer Berger zurückgegeben.

2015 haben Avner Falk, Gili Haberberg, Dr. Ibby Mekhmandarov, Dorit Itzchaki und Ofer Berger gemeinsam im Familienkreis entschieden, dass die Scheibe nach Polen zurückkehren sollte, allerdings nicht nach Zgierz, wo es keine jüdische Gemeinde mehr gibt, sondern nach Warschau, ins Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN.

Die Scheibe wurde dem Museum in Vertretung der Geber durch Ofer Berger zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Sohn übergeben.

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