Während des Zweiten Weltkrieges, 7 Kilometer von Strzegom (Striegau) an der Straße Strzegom-Legnica (Striegau-Liegnitz) in der Nähe des Dorfes Rogoźnica (Groß-Rosen) lag das Konzentrationslager Groß-Rosen.
Ab 1940 war es Nebenlager des KZ Sachsenhausen, später stand es unter selbstständiger Verwaltung. Die ersten Häftlinge kamen im August 1941 im Lager an. Am 1. Mai 1941 entstand das selbständige KZ Groß-Rosen, das zusammen mit Auschwitz I, Buchenwald, Natzweiler, Neuengamme, Flossenbürg und Stutthof in die Lagerkategorie II eingestuft wurde[1.1]. 1941 wurden Gruppen von Häftlingen aus dem KZ Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald und Auschwitz ins Lager transportiert. Am Anfang arbeiteten sie zwölf Stunden am Tag im Granitabbau im nahe gelegenen Steinbruch. Nutzen aus dieser Arbeit zogen deutschen Unternehmen wie zum Beispiel Siemens oder Blaupunkt.
1944 wurden dem KZ Groß-Rosen ungefähr achtundzwanzig Zwangsarbeitslager für Juden untergeordnet – dreiundzwanzig in Niederschlesien und drei im Reichsgau Sudetenland (ein Netz von Arbeitslagern der sog. Dienststelle Schmelt). Zu dieser Zeit wurde auch entschieden, dass zwanzig davon als Nebenlager des KZ Groß-Rosen funktionieren sollten, und die jüdischen Häftlinge aus den übrigen acht in andere Nebenlager überstellt werden sollten. Insgesamt wurden in Niederschlesien und im Lebuser Land ungefähr hundert Lager gegründet, die der Kommandantur Groß-Rosen untergeordnet waren, die sich in ihren Funktionen sehr voneinander unterschieden.
Nach dem Stand vom 1. Januar 1945 befanden sich im KZ Groß-Rosen und seinen Nebenlagern insgesamt 76.728 Gefangene (davon 51.204 Männer und 25.524 Frauen – Jüdinnen), was zu dieser Zeit 10,9% der Zahl aller KZ-Insassen ausmachte. Das KZ Groß-Rosen, zweitgrößtes Konzentrationslager[1.2], wurde am 8. und 9. Februar 1945 evakuiert und dessen Häftlinge in folgende Konzentrationslager transportiert: KZ Bergen-Belsen (ca. 4.000), KZ Buchenwald (9.559), KZ Dachau (2.14), KZ Flossenbürg (11.583), KZ Mauthausen (4.839), KZ Mittelbau (11.367), KZ Sachsenhausen (60 Häftlinge) und KZ Ravensbrück (45 Häftlinge). Am 13. Februar 1945 marschierten die Soldaten der 70. Motorisierten Brigade der 3. Panzergardenarmee unter Iwan Iwanow ins Große Lager ein.
Die Bilanz nach der Befreiung des KZ Groß-Rosen war wie folgt: in den 46 Monaten von der Gründung des Lagers an bis zu dessen Ende waren dort 120.00 Menschen verschiedener Nationalitäten (zumindest die Hälfte davon jüdischer Herkunft) inhaftiert: Polen (darunter polnische Juden), Ungarn (darunter ungarische Juden), Bürger der Sowjetunion, Belgier, Franzosen, Tschechen, Österreicher, Deutsche, Griechen, Litauer, Luxemburger, Norweger und Slowenier. Davon wurden 40.000 ermordet. Viele Überlebende siedelten sich in der Nähe ihrer ehemaligen Nebenlager an – in Bielawa (Langenbielau), Dzierżoniów (Reichenbach im Eulengebirge), Pieszyce (Peterswaldau) und Wałbrzych (Waldenburg).
