In der Vergangenheit war Trebnitz im Gebiet des Herzogtums Oels eine von drei Städten, in der es jüdischen Menschen erlaubt war sich anzusiedeln. Jedoch machten im 15. Jahrhundert – wie in anderen schlesischen Städten auch – Pogrome infolge öffentlicher antijüdischer Reden des Franziskanermönchs Johannes Capistranus (eigentlich Giovanni da Capestrano) der jüdischen Ansiedlung in Trebnitz ein Ende.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts siedelten sich erneut jüdische Menschen in Trebnitz an. Früher durften sie sich in der Stadt nur kurz und ausschließlich zu Handelszwecken aufhalten. Die jüdische Gemeinde entstand in Trebnitz mit der Einwanderung jüdischer Menschen aus dem nahegelegenen Prusice (deutsch Prausnitz). Die neu begründete Gemeinschaft errichtete einen Friedhof im Jahr 1827 und eine kleine Synagoge in den 1830er Jahren.

Im Jahr 1834 war der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Trebnitz gering – lediglich 53 Personen jüdischen Glaubens wohnten in der Stadt. Jedoch stieg ihre Zahl von 119 Personen im Jahr 1849 auf 127 Personen im Jahr 1871. Dem Zuwachs der Gemeinde wurde mit dem Bau einer neuen, größeren Synagoge Rechnung getragen. In den folgenden Jahren bewirkte eine verstärkte Emigration die Abnahme der jüdischen Bevölkerung in Trebnitz. 1880 waren es knapp 93 Personen und im Jahr 1924 nur noch 70 Personen. Aber schon ein Jahr später zogen viele jüdische Menschen hinzu, sodass sich die Gemeinde um ein zweifaches vergrößerte und im Jahr 1925 167 Mitglieder zählte. Der Anteil jüdischer Menschen an der Trebnitzer Bevölkerung erreichte zu diesem Zeitpunkt vermutlich seinen historischen Höchstwert.

Diese Situation hielt jedoch nicht lange an, denn bereits 1933 sank die Mitgliederzahl auf 36 Personen, um dann unerwartet im Jahr 1939 auf 120 zu steigen. Aus den erhaltenen Daten geht hervor, dass die Mitgliederzahl der Gemeinde in Trebnitz während ihres Bestehens stark schwankte. Interessant ist, dass die Anzahl der in Trebnitz und in der Umgebung wohnenden jüdischen Menschen kurz vor und nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Vergleich mit anderen Städten überraschend hoch war. Es ist belegt, dass am Ende des Jahres 1942 fünf noch jüdische Menschen in Trebnitz wohnten, die alle in gemischten Beziehungen lebten. 

 

Literaturverzeichnis:

  • Art. „Trebnitz (Schlesien)“, in: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, Bd. 3, hrsg. von Klaus-Dieter Alicke, Gütersloh 2008, Sp. 4109-4110.

 

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