Russ.: Narodny Kommissariat Wnutrennich Del (Volkskomissariat für Innere Angelegenheiten). 1917 von Wladimir Lenin gegründet, spielte es bis 1934 keine größere Rolle, als es an die GPU (Staatliche Politische Verwaltung), d.h. an die politische Polizei, angeschlossen wurde. Das NKWD besaß eigene Miliz- und Militärgruppen und hatte gleichzeitig die Kompetenz, Urteile in politischen Angelegenheiten zu fällen, es übte also praktisch die Kontrolle über das gesamte öffentliche Leben aus. In der Regierungszeit von Josef Stalin war das NKWD das oberste Terrorinstrument gegenüber den Bürgern. Das NKWD überwachte das Netz der Arbeitslager für Millionen von Verhafteten, das so genannte Gulag-System. Dem NKWD standen folgende Leiter vor: Genrich Jagoda (seit 1936), Nikolai Jeschow (bis 1938) und Lawrenti Beria. Während des Krieges gegen die Deutschen wurde die politische Polizei, also der KGB, aus dem Ressort ausgegliedert. Nach dem Krieg war der KGB auch auf den von der Sowjetunion besetzten Gebieten tätig, unter anderem in Polen, wo er den neuen kommunistischen Machthabern half, die Opposition zu bekämpfen. 1946 wurde das NKWD zum Innenministerium umgewandelt.

