<b>Der jüdische Friedhof in Zabrze (Hindenburg)</b> (Cmentarna-Str.) wurde 1871 errichtet. Vorher begrub die Gemeinde die Verstorbenen auf dem jüdischen Friedhof in Beuthen oder Gleiwitz [1.1].

Das Grundstück für den Friedhof schenkte der jüdischen Gemeinde in Zabrze (Hindenburg) 1871 der letzte Privatbesitzer der Stadt, Guido Heckel von Donnersmarck[1.2]. Dieses Grundstück - mit einer Größe von 1 Morgen - befand sich am damaligen Stadtrand, auf dem Gebiet der ehemaligen Schlossansiedlung aus dem 18. Jh.

Einige Monate nach der Gründung des Friedhofs baute man in der Nähe das Beerdigungshaus. Die Baukosten betrugen 850 Taler. Seinen Sitz hatte in ihm der Begräbnisverein<i> Chewra Kadischa</i>. 1892 finanzierte Max Böhm den Ausbau des Beerdigungshauses, bei dem die Wohnung für den Hausmeister und den Gärtner entstand.

In den Jahren 1894/95 vergrößerte man die Fläche des Friedhofs um die Länge des benachbarten evangelischen Friedhofs. Dies bestätigen Daten auf den Grabsteinen. In den nächsten Jahren führte man weitere Käufe von Grundstücken für die Bedürfnisse des Friedhofs durch. Die letzten Begräbnisse fanden 1954 statt.

Auf den 1,5 ha gibt es bis heute gegen 300 Grabsteine. Die ältesten Grabsteine sind aus grauem Sandstein gefertigt, andere wurden aus Marmor, schwedischem Granit, rotem Labradorit sowie Syenit gefertigt. Es haben sich auch typische Grabsteinverzierungen sowie Grabinschriften auf Deutsch und Hebräisch erhalten. Die schönsten Grabsteine stammen vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. Es sind Zeilengrabsteine, die in die Wandmauer eingeschmolzen sind, und deren Rahmen Portale, Halbsäulenreihen oder Pilaster bilden. Familiengrabsteine sind in Rahmen aus Kolumnen, Halbkolumnen und Pilastern gefasst, die ein Gebälk mit dem Familiennamen tragen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Grabsteine der Familien: Dcko, Borinski, Herzberg, Goldmann und Leschnitzer. Am prächtigsten ist das Familiengrabmal von Max Böhm (ges. 1904 r.), das aus schwarzem schwedischen Granit gefertigt wurde.

Einen Teil der zerstörten Grabsteine lagerte man an einem Platz, der "Klagemauer" genannt wurde.

Unter den Mauern beerdigte man 1918 am Anfang und Ende des Friedhofs verstorbene russische Soldaten aus den Gefangenenlagern in Zabrze (Hindenburg).

Auf dem Gebiet des Friedhofs befindet sich auch das Massengrab der Gefangenen des hiesigen Nebenlagers des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Bewohner aus der Umgebung veranstalteten an diesem Platz eine wilde Mülldeponie. Diese Entdeckung machte Herr Dariusz Walerjański.

Bemerkenswert ist der schöne Baumbestand des Friedhofs, der über 200 Bäumen zählt. Die zahlreichste Gruppe bilden gewöhnliche Robinien, dann Gemeine Eschen, Ahorne, Bergahorne und andere. Die ältesten Bäume sind drei Ahornblättrige Platanen, die vor über 120 Jahren gepflanzt wurden. Eine Ergänzung bildet Gemeiner Efeu.

Der Friedhof befindet sich seit 1989 unter Betreuung des<i> Schutzkomitees des Jüdischen Friedhofs in Zabrze (Hindenburg)</i>.

Denkmalverzeichnis Nr. A/1500/92 vom 18.09.1982.
Jüdischer Friedhof in Zabrze (Hindenburg) Video Nr. 1 vom Friedhof Video Nr. 2 vom Friedhof Video Nr. 3 vom Friedhof

Übersetzung: Zuzanna Wojtecka

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Fußnoten
  • [1.1] Alicke, Klaus-Dieter: Hindenburg, [in:] Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, Bd. 2, Gütersloh 2008, S.1888.
  • [1.2] Walerjański, D.: Dzieje Żydów w Zabrzu - największej wsi w Europie do 1922 roku, S. 46.