Chasydzi z Aleksandrowa

[jidd. Aleksander chasidim]

In den Jahren 1866–70 war Aleksandrów Łódzki Sitz der Chassiden aus Góra Kalwaria. Die Funktion des Rabbiners wurde von Henoch Henich Kohen Lewin (1798–1870) ausgefüllt, Schüler einiger berühmter Zaddiken, u.a. von Jaakow Icchak Halewi Horowic aus Lublin und Menachem Mendel Morgenstern aus Kock (Kotzk). Nach dem Tod seines Freundes und Lehrers Icchak Meir Rothemberg Alter übernahm er die Führung über die Chassiden aus Góra Kalwaria. Er führte viele Innovationen ein, u.a. nahm er an ihn von Frauen gerichtete Bitten entgegen. Der Gründer der Dynastie aus Aleksandrów war der Sohn des Zaddiks aus Grójec Jechiel Danziger (?–1894), Schüler des Zaddiks Israel Icchak Kalisz aus Warka. Der größte Ruhm wurde jedoch seinem Sohn Jerachmiel Israel Iccha  Danziger (1853–1910), der eine große Schar von Gläubigen um sich versammelte, zuteil. Er war Autor des Werkes Jismach Israel (hebr., Freue dich Israel, 1911), das er zusammen mit seinem Bruder Szmuelem Cwi (gest. 1923) schrieb, der sein Nachfolger wurde. Die Lehren der folgenden Zaddiken legten großen Wert auf Ethik, Mystizismus und ekstatische Formen der Religiosität, geringeren Wert maßen sie dem Studium des Talmuds bei. Um die Zaddiken aus Aleksandrów versammelten sich vor allem Händler und Kleinhandwerker, insbesondere aus Łódź [Lodsch], wo es ungefähr 35  Gebetsgemeinschaften gab. Nach dem Tod von Szmuel Cwi setzten die Dynastie der Rheine nach dessen Bruder Becalel Jair (1856–1934) und der Sohn von Szmuela Cwi – Icchak Menachem Mendel Danziger (1880–1943), dessen Verdienst es, war religiöse Schulen in Łódź und Aleksandrów auszubauen, fort. Im Gegensatz zu vielen chassidischen Anführern dieser Zeit interessierte er sich nicht für eine politische Tätigkeit. Während des Zweiten Weltkriegs kam er ins Warschauer Ghetto; er lehnte die Ausfahrt nach Palästina ab und kam mit seiner Familie im Vernichtungslager Treblinka ums Leben. Die Gemeinschaft der Chassiden aus Aleksandrów ist in Israel noch heute tätig.

 Hanna Węgrzynek

Der Text stammt vom Portal Diapozytyw, früher Eigentum des Adam-Mickiewicz-Instituts.
Der nebenstehende Text stammt aus dem Buch „Historia i kultura Żydów polskich. Słownik“ („Die Geschichte und Kultur der Polnischen Juden. Glossar.“), dessen Autoren Alina Cała, Hanna Węgrzynek und Gabriela Zalewska sind. Das Buch wurde beim Verlag WSiP herausgegeben.

Die Übersetzung dieses Textes wurde ermöglicht dank der freundlichen Unterstützung der:

Konrad Adenauer Stiftung Polska

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