Im Jahre 1898 kaufte die jüdische Gemeinde ein Gelände für einen dritten, modernen jüdischen Friedhof. Er wurde in Pilczyce (Pilsnitz), in Pole Gądowskie (heute Lotnicza-Str.) angelegt. Die Friedhofsgebäude – Kapelle, Begräbnishalle und Verwaltungsgebäude - wurden von Paul Ehrlich entworfen. Die offizielle Eröffnung des Friedhofs fand am 14.02.1902 statt. Seine Fläche betrug 12 Hektar und 13 Ar. Auf dem Friedhof befand sich ein Urnenfeld, das wahrscheinlich in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet wurde.
In den Jahren 1915-1916 wurde auf dem Gebiet des Friedhofs ein getrenntes Gräberfeld für jüdische Soldaten, die während des Ersten Weltkriegs ums Leben kamen, errichtet. Dieser Teil des Friedhofs wurde Ehrenfriedhof genannt und an seinem Zentralpunkt befindet sich ein von Paul Ehrlich entworfenes Denkmal mit einer Gedenktafel mit den Namen von 432 gefallenen Soldaten. Das Denkmal wurde am 29.08.1920 zeremoniell enthüllt.
Der Friedhof diente den Breslauer Juden bis 1944 – während des Krieges wurden hier Gefangene aus einem Arbeitslager und aus dem Nebenlager des Konzentrationslagers Groß-Rosen begraben. Nach dem Jahre 1945 wurden in der Nekropole polnische Juden beerdigt. Heutzutage ist er einer der vier jüdischen Friedhöfe in Niederschlesien, auf dem immer noch Beerdigungen verrichtet werden.
Er ist mit einer Betonmauer umgeben und 11 Hektar groß. Auf dieser Fläche befinden sich etwa 8 Tausend Grabsteine, darunter 150 große Denkmäler. Besonders nennenswert sind die sogenannten „Ohels“. Hier sind auch Ruinen der ehemaligen Begräbnishalle zu sehen.
Übersetzung: Aleksandra Kołodziejczyk
