Die Burg und die am Fuß dieser Burg angelegte Siedlung gab es an diesem Ort schon im 9. Jh. Die erste Notiz über die Burg Opole (Oppeln) kommt aus dem Jahre 845 (Dokument „Descriptio civitatum et regionum ad septentrionalem plagam Danubii”, geschrieben für Ludwig den Deutschen)[1.1]. Hier befand sich das Zentrum des Volkstammes Opolanen. Wahrscheinlich wurde Ende des 9. Jh. dieses Gebiet an Großmähren angeschlossen. Später kam es in den Machtbereich von Tschechien. Gegen 990 wurde Opole (Oppeln) zusammen mit Schlesien an Polen angeschlossen. 1039 kam die Stadt wieder für 11 Jahre in den tschechischen Machtbereich. Im 12. Jh. war Opole (Oppeln) eine Kastellanei. Die Stadt erhielt die Stadtrechte vor 1217[1.2]. 1241 verbrannten die Tataren die am Fuß der Burg angelegte Siedlung. Die Stadt war seit 1283 Hauptstadt des Herzogtums der Piasten und ein wichtiges Zentrum des Handels und des Handwerks auf dem Weg von Breslau nach Krakau. Seit 1327 befand sich Opole (Oppeln) unter der Oberherrschaft von Tschechien und seine politische Geschichte war der Schlesiens ähnlich. Die Bevölkerung der Stadt zählte im Jahre 1350 zirka 2300 Einwohner[1.3]. In Jahren 1395 und 1474 wurde die Stadt von der polnischen Armee belagert. 1532 kam Oppeln in den Machtbereich der Hohenzollern[1.4]. 1600 wurde ein Teil der Stadt durch eine Überschwemmung und 1615 durch einen Brand zerstört. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Opole (Oppeln) im Jahre 1632 von den Schweden erobert und geplündert. In der Zeit des schwedischen Angriffs auf Polen hielt sich im Jahre 1655 der polnische König Jan II Kazimierz zusammen mit seinem Hof in Opole (Oppeln) auf. 1666 wurden die Habsburger die Eigentümer von Opole (Oppeln). 1742 wurde die Stadt an Preußen angeschlossen und sein Name zu Oppeln geändert[1.5]. Ab 1747 hatte Opole (Oppeln) eine feste Garnison. Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) wurde die Stadt zweimal von den Österreichern (1757 und 1762) und einmal von den Russen (1761) erobert. 1800 umfasste die Bevölkerung von Opole (Oppeln) 3550 Einwohner[1.6]. Im Jahre 1807, während der napoleonischen Kriege, marschierten in Opole (Oppeln) die Bayern ein. In den Jahren 1819-1848 wurden die Stadtmauer und die Wehrtürme niedergerissen, um günstige Bedingungen für die weitere Entwicklung der Stadt sicherzustellen. Ein großer Wirtschaftsaufschwung begann im Jahre 1843, als eine Eisenbahnverbindung zwischen Opole (Oppeln) und Wrocław (Breslau) entstand. Gleichzeitig fand die Belebung der Schifffahrt auf der Oder statt. 1900 gab es in der Stadt 30.112 Einwohner.

In der Zwischenkriegszeit entschied die Volksabstimmung von 1921 darüber, dass Opole (Oppeln) im deutschen Gebiet bleiben soll. 1931 lebten in der Stadt 47.865 Einwohner.

Während des Zweiten Weltkriegs gründeten die Deutschen zahlreiche Arbeitslager in Opole (Oppeln). Im Januar 1945 eroberte die sowjetische Armee Opole (Oppeln) nach schweren Kämpfen. Ungefähr 60% der Stadtbebauung wurde zerstört[1.7]. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Stadt an Polen angeschlossen.

Übersetzung: Agata Mróz

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Fußnoten
  • [1.1] Nalepa, J.: „O nowszym ujęciu problematyki plemion słowiańskich u Geografa Bawarskiego". Uwagi krytyczne, Slavia Occidentalis, Bd. 60 (2003), s. 9-63.
  • [1.2] Dziewulski, W.: „Miasto lokacyjne w Opolu w XIII-XV wieku”, Bd. 1, Opole, 1958, s. 30-40.
  • [1.3] Dziewulski, W., Hawranka F.: Badania T. Ładogórskiego na podstawie kwoty świętopietrza.[in:] „Opole. Monografia miasta”, Instytut Śląski w Opolu, Opole, 1975, s. 72.
  • [1.4] Dziewulski, W., Hawranka F.: „Opole. Monografia miasta”, Instytut Śląski w Opolu, Opole, 1975, s. 65.
  • [1.5] Dziewulski, W., Hawranka, F.: „Opole. Monografia miasta”, Instytut Śląski w Opolu, Opole, 1975, s. 195.
  • [1.6] Dziewulski, W., Hawranka, F.: „Opole. Monografia miasta”, Instytut Śląski w Opolu, Opole, 1975, s. 12.
  • [1.7] Dolata, B.: „Wyzwolenie Opolszczyzny przez Armię Radziecką w roku 1945”, Instytut Śląski w Opolu, Opole, 1965.